Montag, 19. Dezember 2016

Rezension zu: Die Hexe und die Heilige




    Titel: Die Hexe und die Heilige      Reihe: Sybilla und Helena #1
    Autor: Ulrike Schweikert

    erschienen im Knaur Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch 
    Genre: Historischer Roman
    Seitenzahl: 480 Seiten 
    ISBN 978-3426622544
    Erscheinung: Dezember 2002
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Warum ich DIESES Buch unbedingt lesen wollte:
 
Da ich den Fortsetzungsband "Die Astrologin" erhalten habe, wollte ich natürlich auch wissen, wie alles begonnen hatte.

Klappentext:

Deutschland im 16.Jahrhundert. In einer reichen Kaufmannsfamilie kommen die Zwillinge Sibylla und Helena zur Welt. Dass Zwillinge Unglück bedeuten, glaubt damals fast jeder. Als die beiden im Alter von fünf Jahren den Tod des Vaters vorhersehen, steckt die Mutter Helena kurzerhand in ein Kloster. Ohne die Schwester wird das Leben für Sibylla immer schwieriger, und als die Dominikaner wieder einmal die Hexenjagd auf Andersdenkende eröffnen, gibt es für sie nur einen Ausweg: Sie muss weg von zu Hause.
Das Mädchen geht bei einer Hebamme in die Lehre und wird bald zu ihrer begabtesten Schülerin.Doch erneut braut sich Unheil am Horizont zusammen. Sibylla wird zum reichen Vogt gerufen, dessen Tochter sie von unerwünschter "Last" befreien soll. Der Vogt ist fasziniert von dem eigenwilligen Mädchen, das sich so ganz anders verhält als die anderen jungen Frauen ihrer Zeit. Er verliebt sich in sie, und sie wird bald so etwas wie seine Vertraute. In diesen Zeiten aber ist es gefährlich, die Geheimnisse der Mächtigen zu kennen. Sibylla wird von den Häschern der Inquisition festgenommen, und diesmal scheint ihr keiner helfen zu können....


Mein Leseeindruck:

Bereits beim Anblick des Covers ist klar, um welches Genre es sich handelt. Der Verlag hatte hierfür ein Gemälde von Botticelli ausgewählt, was meiner Meinung nach sehr gut zum Thema passt. Die beiden Frau (evtl. die Hexe und die Heilige) blicken sich vertraut an. So hat es zumindest den Anschein.

Auf den ersten Seiten erwartet den Leser dann eine Karte von Ellwangen, sowie eine Karte von Leonberg. Beide Karten sind sehr gut ausgearbeitet und verleiten zum Stöbern.

Der Handlungsort ist Ellwangen, wo der Leser auch sofort auf Sybilla und Helena. Ihr Geburt steht nämlich unter keinem günstigen Stern. Früher war man nämlich der Meinung, dass bei Zwillingen, der Teufel seine Hand im Spiel hatte. Als die Mädchen dann auch noch den Tod ihres Vaters vorhersagen, sehen sich die Dorfbewohner in ihrer Meinung bestärkt. Hier beschreibt die Autorin sehr eindrucksvoll, mit welchen Mythen und Ängsten die Menschen eine Geburt belegt haben. Kräuter und Amulette wurden ausgelegt, damit der Dämon nicht besitz vom Kind nimmt usw. Ich denke, dass zu damaliger Zeit die Kirche bewusst diese Ängste gelegt oder zumindest nicht widersprochen hat.

Sehr gut hatte mir auch gefallen, wie herzzerreissend die Autorin die Szene geschildert hatte, in der die beiden Zwillinge getrennt wurde. Das Verstecken, das Abholen und dann die Vorsehung. Ich hatte die Szene fast schon mitfühlen.

Anfangs fand ich es ziemlich verwirrend, dass sowohl Mutter als auch Tochter Helena heißen. Ich weiß, dass das zu damaliger Zeit nichts außergewöhnliches war, dennoch hatte es mich im Roman etwas verwirrt.

Die Geschichte selbst ist sehr spannend, obwohl sie sich an manchen Stellen doch etwas zog. Ich sehe es jedoch als eine Art Verschnaufpause, da der Plot danach schnell wieder an Fahrt aufnahm.

Das Ende fand ich doch sehr traurig, hatte ich mir doch gewünscht, dass beide Frauen von nun an zusammen sein könnten.

Sehr gut fand ich im Anhang das Personenverzeichnis, sowie die Begriffserklärungen.
Anschließend zeigt die Autorin noch auf sechs Seiten Dichtung und Wahrheit auf. Auch diese Seiten fand ich sehr interessant und aufschlussreich.

Fazit:

Ein historischer Roman, der sehr lebhaft das Leben zweier Frauen beschreibt, die zwar im Herzen verbunden sind, aber räumlich getrennt wurden. Ob nun Wahrheit oder Dichtung, die Geschichte St so spannend und unterhaltsam geschrieben, dass in Gedanken doch einfach alles möglich ist.
Von mir gibt es für dieses Buch 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ mit einer Leseempfehlung an alle Liebhaber historischer Romane.

Vielen Dank der Stadtbücherei Bretten für die tolle Auswahl an historischen Romanen.
 
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog