Der hier vorgestellte Roman "Die weisse Nacht" von Anne Stern ist 2026 im Piper Verlag erschienen.
Zum Inhalt:
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Mit ihrem Nachkriegskrimi "DIE WEISSE NACHT" entführt uns Anne Stern in das düstere Berlin der Nachkriegszeit. Eine Stadt geprägt von Hunger, Elend und Hoffnungslosigkeit. Die Lebensmittelknappheit hat die Menschen fest im Griff, ausgemergelte Körper und traurige Kinderaugen erzählen vom harten Alltag, in dem das Überleben zum täglichen Kampf wird.
Im Mittelpunkt steht Lou Faber, eine Fotografin mit einem besonderen Gespür für ungewöhnliche Motive. Ihr instinktives Auge entdeckt eine Frauenleiche im Schnee – ein Fundort, der mehr Fragen aufwirft, als Antworten liefert. Wurde die Frau hier tatsächlich gemordet? Kriminalkommissar König übernimmt die Ermittlungen, doch schnell wird klar: Lou ist ihm eine unverzichtbare Verbündete. Gemeinsam tauchen sie ein in die dunklen Ecken Berlins, wo Verbrechen und Verzweiflung Hand in Hand gehen.
Der Roman beeindruckt durch seine sorgfältige Recherche, die nicht nur das Berliner Umfeld authentisch abbildet, sondern auch medizinische Details lebendig werden lässt. Anne Stern schafft es, das Leben in der Nachkriegszeit so eindringlich zu schildern, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt.
Allerdings schiebt sich die spannende Krimihandlung manchmal etwas in den Hintergrund, da die ausführlichen Beschreibungen des Alltags und der Umstände viel Raum einnehmen. Ein wenig mehr kriminalistischer Spürsinn hätte dem Buch gutgetan, um die Spannung durchgehend zu halten. Trotzdem bietet "DIE WEISSE NACHT" einen atmosphärisch dichten Einblick in eine schwierige Zeit. Perfekt für alle, die historische Krimis mit Tiefgang mögen.
Cover: ⭐⭐⭐⭐
Erzählstil: ⭐⭐⭐⭐
Handlung: ⭐⭐⭐⭐
Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐
