22 September 2026

96 - 2026 / Margot Mühlfellner - Die Akte Graz


Der hier vorgestellte Krimi "Die Akte Graz" von Margot Mühlfellner ist 2024 im Kampa Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Der international renommierte Fotograf Gustav Zierach stellt im Kunsthaus Graz weibliche Aktfotografien aus. Am Morgen nach der Vernissage wird eines der Models ermordet aufgefunden; Alexandra Walfrads Leiche wurde genauso inszeniert wie auf dem Foto, das in der Ausstellung hängt: Nackt steht sie auf der berühmten Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg, die weißblonden Haare fallen in Locken auf ihre porzellanfarbene Haut, ein Bogen der Treppe streckt sich wie der Flügel eines Engels in die Höhe. Als eine weitere Frau verschwindet, die für den Fotografen Modell stand, wächst die Angst. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen? Sind die anderen Models in Gefahr? Marlene Kranz, gebürtige Steirerin, wurde nach erfolgreichen Jahren als leitende Sonderermittlerin in Wien erst vor wenigen Monaten nach Graz versetzt. Ihr Team nimmt sie als freundlich und fair wahr, allerdings auch als sehr distanziert; den Grund für ihre Versetzung kennen die Kollegen nicht. Als neue Leiterin der Landeskriminalabteilung muss Kranz ihre Vergangenheit hinter sich lassen und diplomatisches Geschick beweisen – und dabei greift sie auch mal zu unkonventionellen Methoden.

Mein Leseeindruck/Fazit:
Der Treppenengel

Mit dem Krimi "DIE AKTE GRAZ" führt uns die Autorin, Margot Mühlfellner, in die Künstlerszene zu einem sehr bizarren Mordfall.

Chefinspektorin Marlene Kranz wagt in Graz einen Neuanfang. Doch viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt ihr nicht. Auf der kunstvoll verschlungenen Doppelwendeltreppe der Grazer Burg wird eine nackte Leiche entdeckt – arrangiert exakt wie auf einer Fotografie des Kunstfotografen Gustav Zierach, dessen Ausstellung am Vorabend im Grazer Kunsthaus eröffnet wurde. Alles nur ein Zufall?

Marlene nimmt sofort die Ermittlungen auf und folgt einer Spur, die sie kreuz und quer durch Graz führt. Dabei lernt man nicht nur die steirische Landeshauptstadt und ihre Sehenswürdigkeiten kennen, sondern erfährt ganz nebenbei auch viel Wissenswertes über ihre Geschichte.

Die Autorin legt mit ihrem Reihenauftakt einen unterhaltsamen und spannend erzählten Fall vor. Verdächtige gibt es zunächst reichlich, doch Marlene arbeitet sich beharrlich durch widersprüchliche Aussagen, wechselnde Alibis und verborgene Zusammenhänge. Auch wenn sie zwischendurch Zweifel plagen, verliert sie weder den Überblick noch den roten Faden. 

Ein atmosphärischer Graz-Krimi mit einer sympathischer Ermittlerin, überraschenden Wendungen und hohem Lesetempo. Ideal für alle, die Spannung und Stadtflair gleichermaßen genießen.