Das hier vorgestellte Buch "Mord im Stadtpalais" von Beate Maly ist 2024 im Emons Verlag erschienen.
Allgemeines zur gelesenen Ausgabe:
ISBN: 9783740820510
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Taschenbuch mit 240 Seiten
Erscheinungstermin: 26.09.2024
Zum Inhalt:
Weihnachtlicher Cosy Crime aus der Kaiserzeit. Wien, 1910. Wenige Tage vor dem Heiligen Abend wird Tabakfabrikant Steinhäusel in seinem luxuriösen Stadtpalais tot aufgefunden. Die Todesursache bleibt ein Rätsel, sowohl für den Leibarzt der Industriellenfamilie als auch für diese selbst, die noch am Vorabend mit Steinhäusel zusammengekommen war. Kommissar Felix Zack übernimmt die Ermittlungen und stellt schnell fest, dass in dieser Familie beinahe jeder ein Motiv hat – zu seinem Leidwesen auch die böhmische Köchin Mila, die ihn nicht nur mit ihren Köstlichkeiten verzaubert ...
Mein Leseeindruck/Fazit:
Vom Zauber des Zufalls - und den wahren Genüssen im Leben
Der Krimi „Mord im Stadtpalais“ entführt uns in eine festliche winterliche Kulisse, in der die Köchin Mila und der charmante Kommissar Felix Zack, den Mord am Hausherrn aufklären. Die Charaktere sind sympathisch und verleihen der Geschichte eine warme Note, doch trotz des weihnachtlichen Ambientes bleibt die Handlung recht konstruiert und wenig überraschend.
Die bereits mehrfach in Krimis anzutreffende Geschichte findet man auch hier wieder: eine Gesellschaft im beeindruckenden Herrenhaus, von der einer als Mörder entlarvt wird. Leider wirkt der Fall hier aber recht vorhersehbar und entwickelt sich kaum. Der vermeintliche Tod des Hausherrn durch eine Überdosis Zucker stellt sich als Vergiftung heraus. Die Auflösung bzw. das Motiv wirkt wenig glaubwürdig und trübt den anfänglichen wohligen Eindruck.
Die Geschichte bietet zwar Unterhaltung für die Weihnachtszeit, jedoch keine tiefgehenden Überraschungen oder außergewöhnlichen Wendungen.
Ein weiterer Wermutstropfen sind die speziellen österreichischen Begriffe wie „Powidltascherl“, die ohne Erklärung verwendet werden. Selbst gegen Ende der Lektüre bleibt unklar, was „Powidl“ eigentlich bedeutet, so dass man ohne eine Internetbefragung leider gänzlich im Dunkel tappt. Hier wäre eine Erklärung, zumindest im Anhang, für die Nichtösterreicher sehr hilfreich gewesen.
Insgesamt ist „Mord im Stadtpalais“ eine charmante, aber oberflächliche Krimiunterhaltung, die sich gut für gemütliche Stunden während der Feiertage eignet.
Fazit: 240 Seiten gut gemeinter weihnachtlicher Unterhaltung
