Mittwoch, 20. Juni 2018

63/2018: Wie aus dem Nichts (Sabine Kornbichler)

Dieser spannende Roman trägt seinen Titel absolut zurecht. SABINE KORNBICHLER zeigt in WIE AUS DEM NICHTS wiedermal ihr Können

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    Titel: Wie aus dem Nichts    
    Reihe: -
    Autor: Sabine Kornbichler
   
    erschienen im Piper Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch
    Genre: Roman
    Seitenzahl: 368 Seiten 
    ISBN 978-3-492-30873-1

    Erscheinung: 2. Nov. 2016





Aus der Küche wehten vertraute Geräusche zu mir ins Bad. (1. Satz)


Zum Inhalt:

Dana kann von ihrem Versteck aus hören, wie ihr Freund Alex erschossen wird. Starr vor Angst beobachtet die Inhaberin einer Alibi-Agentur, wie ein Mann mit Fuchsmaske kurz darauf die Wohnung verwüstet und dann einfach wieder verschwindet. Zunächst ist Dana überzeugt, dass Alex sterben musste, weil er als Enthüllungsjournalist zu viele Fragen stellte, doch die polizeilichen Ermittlungen ergeben schnell, dass er nicht der war, der er vorgab zu sein ...


Mein Leseeindruck:

Schon auf den ersten Seiten geschieht das Unfassbare. Aber dabei bleibt es nicht. Man könnte auch sagen, dass sich die Ereignisse geradezu überschlagen.
Sehr ansprechend beschreibt die Autorin die Geschehnisse, ohne jedoch die Spannung außer Acht zu lassen. Immer wieder erschleicht so ein leichtes Gefühl von Misstrauen. Und genau dieses Misstrauen ist es auch, was mich nur so durch die Seiten hat fliegen lassen.

Aber leider kam in der Mitte der Story dann ein bisschen Flaute auf. Die Geschichte plätscherte dahin. Klar, es war ein Roman und kein Thriller. Hier hatte der Verlag wohl die richtige Genrezuordnung getroffen. Dennoch war es mir auch für einen Roman etwas zu laff. Auffällig waren dann auch die Wiederholungen. Musste hier nur einfach Seiten gefüllt werden?

Die Protagonistin Dana, erschien mir wie aus dem Leben gegriffen. Manche Handlungen waren zwar etwas merkwürdig, aber hey, wie im wahren Leben eben! Wir handeln alle mal so, dass andere über uns nur den Kopf schütteln. Shit happens! Ich fand die Protagonisten jedenfalls sehr naturgetreu. Hier hatte sich die Autorin wirklich viel Mühe gegeben.

Zum Schluß möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext anmerken. Das Cover zeigt die Fuchsmaske, die auch in der Story eine Rolle spielt. Durch das Rot auf der Vorderseite wird dem Leser eine gewisse Spannung, Gefahr suggeriert, die wiederum sehr neugierig macht.
Der Klappentext klingt ebenfalls sehr interessant, so dass die Neugierde auf jeden Fall geweckt ist.


Lesespaß oder Lesefrust?

Nun ja, es war beides. Spaß, da mir der Anfang absolut gefallen hat, bis eben etwa zur Mitte der Geschichte. Dann kam etwas Frust ins Spiel. Ist der Autorin da die Puste ausgegangen?
Ich hätte mir durchgängig dieses leichte Gefühl von Misstrauen, Spannung gewünscht.
Aus diesem Grund muss ich leider Punkte abziehen.


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Donnerstag, 14. Juni 2018

62/2018: Achtnacht (Sebastian Fitzek)

Sebastian Fitzek beschreibt in AchtNacht ein massenpsychologisches Experiment, das kräftig aus dem Ruder zu laufen droht.



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     Titel: AchtNacht    
     Reihe: -
    Autor: Sebastian Fitzek
    erschienen im Knaur Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch
    Genre: Thriller
    Seitenzahl: 416 Seiten 
    ISBN 978-3-42652108-3
    Erscheinung: 14. März 2017






"Hier ist der Anruf für Sie." (1. Satz)


Zum Inhalt:

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!


Nur der Tod stellt den Zeiger auf null. (Zitat - Seite 10)


Mein Leseeindruck:

Als großer Fitzek Fan kommt man natürlich nicht an Achtnacht vorbei. Schon alleine der Titel hat mich neugierig gemacht. Also Buch auf ... und los ging's.

Ich kann mit Recht und Fug behaupten, dass ich durch die vielen Thriller, die ich bislang gelesen habe, schon einiges gewöhnt bin, aber Public Disgrace, also Öffentliche Demütigung....nee, das war dann doch etwas Neues für mich. Was für ein krankes Spiel! Man lässt sich also in aller Öffentlichkeit demütigen, beleidigen, beschimpfen, bespucken usw. und findet es toll.
Sorry, aber so etwas ist für mich Menschenunwürdig. Dass sich Menschen so wenig wert sind, finde ich wirklich traurig.

Anfangs war ich von der Story auch etwas verwirrt. Da war von der jungen Frau die Rede, die sich in aller Öffentlichkeit wollte demütigen lassen. Dann wurde Jules Unfall beschrieben. Und anschließend findet der Protagonist sein Gesicht abgelichtet auf einer Leinwand. Für mich war das alles sehr verwirrend. Da ich jedoch die schriftstellerischen Fähigkeiten des Autors kenne, hatte ich Hoffnung, dass sich alles irgendwie auflösen und den Knoten entwirren würde.

Die ganze Zeit dachte ich daran, was es für ein Gefühl wäre, nun vogelfrei und sozusagen zum Abschuss freigeben wäre. Ein entsetzliche Gedanke. Man macht das Radio an, hört seinen Namen und weiß, dass nun jeder Jagd auf einen machen kann. Wie furchtbar muss das sein. brrrrrrr
Meiner Meinung nach, hat Sebastian Fitzek dieses Gefühl sehr gut weitergegeben. Ich denke, dass jeder für sich denkt, bitte, bloß nicht ich. Und wahrscheinlich wird auch jeder glaube, dass das alles nur Fiktion ist. Aber ist es das wirklich? Könnte nicht genau das jeden Moment auf der Erde passieren?

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext anmerken. Das Cover wirkt sehr interessant. Durch die rote Acht und den Schriftzug AchtNacht wirkt das Cover anziehend, aber auch bedrückend. Hier hat sich der Verlag wirklich viel Mühe gegeben. Der Klappentext macht neugierig. Neugierig auf eine etwas doch kranke Story, die aber irgendwie jeden anspricht.


Lesespaß oder Lesefrust?

Für mich war es definitiv ein Lesespaß. Na ja, sofern man bei dieser Thematik überhaupt von Spaß sprechen kann. Ein erschreckendes Thema, das aber gar nicht so abwägig ist, wenn man sich die heutige Zeit mal etwas näher betrachtet.
Ich wurde jedenfalls von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten und vergebe deshalb auch die volle Punktzahl.

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Dienstag, 12. Juni 2018

61/2018: Die Tochter des Kaufmanns - Band 1 der Lancaster Trilogie (Wanda E. Brunstetter)

In ihrem ersten Band der Lancaster Trilogie Die Tochter des Kaufmanns beschreibt Wanda E. Brunstetter das Leben in einer Amisch Familie, durch das Beispiel an Naomi.


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    Titel: Die Tochter des Kaufmanns 
    Reihe: Lancaster Trilogie (1)
    Autor: Wanda E. Brunstetter

    erschienen im Gerth Medien Verlag
    Ausgabe: Hardcover
    Genre: Roman
    Seitenzahl: 318 Seiten 
    ISBN 9783865911391 

    Erscheinung: 1. Jan. 2007




"Naomi, komm!" (1. Satz)


Zum Inhalt:

Die junge Naomi führt ein behütetes Leben in einer kinderreichen Amisch-Familie in Pennsylvania. Doch plötzlich wird alles anders: Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter muss sie als älteste Tochter nicht nur für die Großfamilie sorgen, sondern darüber hinaus auch noch im Laden ihres strengen Vaters mithelfen. Da bleibt keine Zeit, auf die behutsame Werbung ihres heimlichen Schwarms einzugehen. Mehr und mehr verzweifelt Naomi an ihrer Situation. Und dann macht sie eines Tages einen schrecklichen Fehler: In einem unbedachten Moment lässt sie ihren kleinen Bruder mit einem Fremden allein, und das Undenkbare geschieht – der Junge wird entführt. Eine fieberhafte Suche beginnt, und für Naomi bricht eine Welt zusammen. Ist ihr Fehler überhaupt wieder gutzumachen?

"Du wirst nie bekommen, was du vom Leben erwartest, wenn du den Mund hältst und tust, was andere dir vorschreiben." (Zitat -Seite 30)

Mein Leseeindruck:

Ich hatte vor einiger Zeit schon mal ein Buch über eine Amisch Familie gelesen und war total fasziniert. Alles Moderne hinter sich zu lassen, dem Manne und Gott zu dienen. Puh, in der heutigen Zeit, in der Gleichberechtigung immer wieder in den Schlagzeilen ist, ist dieses Leben wirklich hart. Alle Annehmlichkeiten, die die gleichaltrigen Jugendlichen haben (Smartphone, Tablett etc) spielen im Leben der Amish People keine Rolle.
Als ich nun dieses Buch erhalten hatte, konnte ich es kaum abwarten darin mehr über dieses "einfache" Leben zu erfahren. Einfach, im Sinne von Nichttechnisiert. Ein einfaches Leben, im Sinne von Leichtigkeit, ist jedoch bestimmt nicht.
Dieses zeigt die Autorin am Beispiel von Naomi. Nachdem ihre Mutter gestorben war, hieß es nun für sie, sich um den Haushalt, die Geschwister, den Vater und den Laden zu kümmern. Sie musste somit komplett den Job ihrer Mutter übernehmen. Aber wo war dabei ihre Jugend? Was war mit ihren Interessen? Was war überhaupt von nun ab mit ihrem Leben?

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext anmerken. Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, da es direkt auf das Umfeld bzw. den Inhalt des Romanes hinweist. Das ländliche Leben, die Frau in ihrer Tracht, all dieses passt hervorragend zur Story.
Der Klappentext hat mich ebenfalls neugierig gemacht. Er verrät nicht zuviel und nicht zuwenig, gerade richtig, um in die Geschichte vollständig eintauchen zu können.


Lesespass oder Lesefrust?

Sehr gut gefällt mir die Sprache der amischen, die die Autorin immer wieder in die Geschichte eingeflochten hat. Sei es das Boppeli (Baby). Hieran ist zu erkennen, wie sehr sich die Autorin mit der Geschichte, der Thematik, und dem Umfeld auseinander gesetzt hat. Alles wirkt echt.
Mich hat die Story irgendwie fasziniert, wenngleich es auch manche Längen gab, die den Lesefluß etwas gebremst haben.
Ob ich die Fortsetzung lesen werde/möchte, vermag ich momentan nicht zu sagen.  Soll aber nicht heißen, dass mich das Thema nun nicht mehr interessieren würde. Es liegt vielmehr daran, dass diese Reihe schon etwas älter ist und die Bücher nun schwerlich zu besorgen sind bzw. dann auch einem höheren Preis angehören.


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