Donnerstag, 14. Dezember 2017

Rezension Nr. 136/2017: Blutschmuck von Petra Mattfeldt

Ein vielschichtiger Thriller über die Abgründe menschlicher Fantasie


Zum Inhalt:

Die Kommissarin Sarah Bischoff lernt auf der Beerdigung ihrer Mutter Lisa Schönfeld kennen, die sich als eine Freundin aus Jugendtagen vorstellt. Nachdem Lisa eine Halskette an Sarah bemerkt, verschwindet sie sichtlich verstört von der Trauerfeier. Sarah Bischoff beginnt daraufhin mit ihrem Freund, dem Profiler Falko Cornelsen, hinter das Geheimnis des Schmuckstücks zu kommen und öffnet damit die Tür zu einem dunklen Kapitel, in dem auch ihre eigene Familie eine bedeutende Rolle zu spielen scheint.

Mein Leseeindruck:

Schon nach den ersten Sätzen des Prolog wird klar, dass hinten den Buchdeckeln dieses Thrillers etwas besonderes schlummert. Erregung durch Schmuck? Pfarrer? Oh, na wenn das nicht neugierig macht? Mich hatten diese Sätze jedenfalls sofort animiert, unbedingt weiterlesen zu wollen.

Im nunmehr dritten Band der Falko Cornelsen Reihe wirkt der Ermittler von Seite zu Seite immer sympathischer. Einfühlsam und klug, ja, so würde ich ihn beschreiben. Sarah wiederum hatte bei mir ein paar Punkte eingebüßt. Klar, sie trauert. Aber deshalb so lethargisch? Ich hatte hin und wieder das Gefühl, sie etwas anstupsen zu müssen. Hey du, aufwachen. Du möchtest ermitteln .... dann tu es auch. Gegen Falko kam sie regelrecht als stilles Mäuschen rüber. Eine Rolle, in der sie absolut austauschbar gewesen wäre. Schade eigentlich

Auffällig waren auch die vielen Bibelstellen. Klar, sie haben zum Fall gepasst, aber musste es wirklich so viel sein. Ich muss gestehen, dass ich die meisten Bibeltexte überflogen habe, da sie für mich eher zäh waren und meinen Lesefluss ausgebremst haben.

Sehr gelungen fand ich die Idee, das Verbrechen in der Vergangenheit geschehen zu lassen und die Aufklärungen und Ermittlungen heute. Klar konnten nicht alle zur Rechenschaft gezogen werden, da sie verstorben sind. Aber das Spiel zwischen der Vergangenheit und dem Heute hat mir sehr gut gefallen.

Missbrauch als Thema zu wählen, war bestimmt nicht einfach. Aber PETRA MATTFELDT ist es absolut gelungen, dieses Thema erschreckend, aber auch auf- und erklärende einzubauen. Einzelne Passagen waren so bildhaft beschrieben, dass ich teilweise das Gefühl hatte, einen Film oder eine Reportage darüber zu sehen. Ein absolut erschreckendes Thema, das mich auch nach Ende des Buches noch beschäftigt.

Abschließend möchte ich noch kurz ein paar Wortes zum Cover anmerken. Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch einzig und allein wegen des Covers in die Hand genommen habe. Dieser Bernstein ist schon ganz besonders und durch die Blutspritzer ist auch der Bezug zum Titel des Buches klar. Farblich perfekt in Szene gesetzt. Großes Lob an die Kreativabteilung des Verlages.
Der Klappentext wurde hervorragend gewählt. Er verrät nicht zu viel und macht auf jeden Fall unheimlich neugierig.

Fazit:

Krimi- und Thrillerfans aufgepasst. Dieses Buch kann ich euch wärmstens empfehlen. Schon nach den ersten Seiten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen zieht sich über die kompletten 270 Seiten. Kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel lassen das Lesen zum Vergnügen werden.

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Folgende Bände sind bereits erschienen:

- Sekundentod
- Tod und Spiele
- Blutschmuck 📖 📖 📖 📖 📖

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Rezension Nr. 135/2017: Troubadour von Christoph Görg

    Man seht sich immer zweimal im Leben... oder Karma is a bitch (Seite 16)
     
     
Zum Inhalt:

Als Niki Wolff im Roman “Troubadour” nach einem Sturz von der schneeglatten Burgmauer der Ruine Dürnstein wieder zu sich kommt, befindet er sich noch am selben Ort, aber nicht mehr in der selben Zeit: Der Kalender zeigt Januar 1193. Seine unfreiwillige Begegnung mit dem Mittelalter sorgt für amüsante Irrungen und Wirrungen, verursacht aber auch ernsthafte Komplikationen, die den Lauf der Geschichte verändern könnten. Bald schon steht Niki nicht mehr nur zwischen den Zeiten, sondern auch zwischen zwei Frauen – und zwischen den Herren von Dürnstein und ihrem prominenten Gefangenen, dem englischen König Richard Löwenherz.
Hat Niki den Verstand verloren? Liegt er im Koma und hat einfach nur einen ungewöhnlich realistischen Traum? Oder ist er tatsächlich durch die Zeit gereist? Eigentlich will Niki nichts wie zurück nach Hause. Stattdessen hat er schon bald alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass die Geschichte durch seine Anwesenheit vollkommen aus dem Ruder läuft …


Mein Leseeindruck:

Schon das Cover hat mich sehr angesprochen. Die Farbgebung, der Titel erschienen mir stimmig und haben mich veranlasst. sofort das Buch in die Hand zu nehmen.
Worüber ich allerdings etwas erstaunt war: Wie geschickt der Autor Historie und Gegenwart verknüpft. Die Lebensgeschichte des Richard Löwenherz wird gekonnt in kleinen Häppchen mit Nikis "Leidensgeschichte" verwoben. Durch den lockerleichten, witzig und pointierten Schreibstil konnte ich nur so durch die Seiten fliegen. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich mit einem Grinsen die Zeitreise verfolgt habe.
Engeltrud, kurz Engel genannt, erschien mir sehr aufgeweckt und wissbegierig. Zu damaliger Zeit bestimmt nicht einfach.
Als Minnesänger, oder Troubadour im 12. Jahrhundert stelle ich mir auch nicht einfach vor. Sehr schön beschreibt der Autor die Freundschaft zwischen Niki, Blondel, und Richard Löwenherz.


Fazit:

Mit Freude habe ich im Epilog gelesen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Na ja, es MUSS unbedingt eine geben.... bei diesem Ende. Schließlich ist alles noch offen, na ja, bis auf die Geschichte mit Richard. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, was sich der Autor für Band 2 ausgedacht hat.

Obwohl einiges Fiktion zu sein scheint, hat mich dieser Roman sehr gut unterhalten. Durch den Wortwitz, die kleinen Pointen, wirkt die Story nicht wie eine geschichtliche Nachhilfestunden, sondern verleitet, immer mehr von Richard Löwenherz wissen zu wollen.
Es waren für mich tolle, unterhaltsame Geschichtsstunde, die hoffentlich bald fortgesetzt werden.


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Dienstag, 5. Dezember 2017

Rezension Nr. 134/2017: Flugangst 7A von Sebastian Fitzek

Nicht zu empfehlen bei Flugangst oder unmittelbar vor einem Flug!


Zur Story:

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben ...


Mein Leseeindruck:

Schon auf den ersten Seiten spürt man.... FITZEK ist wieder da. Immer wieder werden kleine Änderungen versteckt, jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Ach, wie habe ich das vermisst!

Die unterschiedlichen Handlungsstränge, die für sich schon ein Knaller sind, harmonieren perfekt miteinander. Da wäre zum Einen der Psychologe Mats, der an Flugangst leidet. Ich muss gestehen, dass ich mich zuvor noch nie wirklich mit dem Problem beschäftigt hatte. Alleine schon die Darstellung so viele Sitze zu buchen, eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufzustellen, und alles nur um bei einem Absturz der Maschine zu überleben...puh, das hat mich schon zum Nachdenken gebracht. Ich gehöre zu den Menschen, die regelmäßig in den Flieger steigen, das Buch aufschlagen und alles um sich rum vergessen. Vielleicht sollte ich bei meinem nächsten Flug mal eine Flugbegleiterin auf diese Krankheit ansprechen. Ein sehr interessantes Thema.

Auch die Entführung der hochschwangeren Nele ist ein sehr interessanter und packender Handlungsstrang. Man spürt die Angst und zählt selbst die Stunden bis die Erlösung kommt. Hier ist die Spannung wirklich zum Greifen nahe.

Sehr gut gefällt mir, dass die Kapitel sehr kurz gehalten sind und der Spannungsbogen somit stets gehalten wird. Man hat wirklich Angst auszuatmen.

Kommen wir aber nun zum Hauptthema: Milchproduktion. Obwohl ich nur sehr selten bzw. so gut wie keine Milch mehr trinke, hat mich das Thema schon sehr nachdenklich gemacht. Wir verwenden sie täglich, geben sie unseren Kindern, zaubern daraus Leckereien. Aber wie entsteht Milch? Warum gibt eine Kuh überhaupt Milch. Ich möchte wirklich nicht von Moral oder Doppelmoral predigen, sondern einfach das Thema des Autors aufgreifen. Ich muss gestehen: Ich war etwas erschüttert. Erschüttert darüber, wie wir Menschen mit den Tieren umgehen. Ständig maßen wir uns an, Tiere zu erziehen oder uns gefügig zu machen. Aber... waren die Tiere nicht lange vor uns da? Wer gibt den Menschen das Recht, über "den Nutzen" der Tiere zu entscheiden? Sollten wir nicht vielmehr mit den Tieren leben, statt sie uns unterzuordnen? Durch FLUGANGST 7A ist mir wieder klar geworden, wie egoistisch der Mensch doch ist. Aus diesem Grund werde ich auch weiterhin keine Milch trinken.  



Fazit:

Das Buch ist wie eine Sucht, man MUSS einfach weiterlesen.


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Folgende Bücher des Autors habe ich bereits gelesen:
  • Das Paket (📖 📖 📖 📖 📖)
  • Das Joshua-Profil (📖 📖 📖 📖 📖)
  • Passagier 23 (📖 📖 📖 📖 📖)
  • Noah (📖 📖 📖 📖)
  • Der Augenjäger (📖 📖 📖 📖 📖)
  • Der Nachtwandler (📖 📖 📖 📖 📖)
  • Abgeschnitten (📖 📖 📖 📖 📖)