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03 September 2026

91 - 2026 / Carla Capellmann - Tödliche Eifelpfade

 


Der hier vorgestellte Krimi "Tödliche Eifelpfade" von Carla Capellmann ist 2026 im Emons Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Privatdetektivin Ellen Engels freut sich auf ein Abenteuerwochenende auf einem abgelegenen Hof in der Eifel – doch der Spaß endet tödlich: Die Veranstalterin der »Schmugglerspiele« wird mit einem Pfeil im Bauch gefunden. Im Kreis der Verdächtigen: Ellen, denn es ist ihr Pfeil, der in der Toten steckt. Ebenfalls verdächtig: der Partner der Toten, der früher Ellens große Liebe war. Um ihre – und seine – Unschuld zu beweisen, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Aber bei Rollenspielen, alten Feindschaften und verschwundenen Lkw-Ladungen verschwimmen schnell die Grenzen zwischen Spiel und Ernst .... . 

Mein Leseeindruck/Fazit:
𝙀𝙞𝙣 𝙎𝙥𝙞𝙚𝙡, 𝙙𝙖𝙨 𝙣𝙞𝙚𝙢𝙖𝙣𝙙 𝙜𝙚𝙬𝙞𝙣𝙣𝙩

Mit "TÖDLICHE EIFELPFADE" entführt uns die Autorin, Carla Capellmann, im zweiten Band ihrer Ellen-Engels-Reihe in die idyllische Eifel – genauer gesagt ins Grenzgebiet zu Belgien, wo eine spannende Schmugglertour geplant ist.

Doch zur gebuchten Tour kommt es nicht, denn die Veranstalterin wird tot aufgefunden; getötet durch einen Pfeil. Schnell steht fest, dass hier mehr als ein tragischer Unfall dahintersteckt. Ellen Engels wird misstrauisch und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stößt sie auf Geheimnisse, verdächtige Spuren und so manche Überraschung.

𝔻𝕖𝕣 𝕒𝕝𝕝𝕖𝕣𝕞𝕖𝕚𝕤𝕥𝕖 𝕊𝕔𝕙𝕞𝕦𝕘𝕘𝕖𝕝 𝕨𝕚𝕣𝕕 ü𝕓𝕖𝕣 𝕕𝕚𝕖 𝔾𝕣𝕖𝕟𝕫𝕖𝕟 𝕕𝕖𝕤 𝔸𝕟𝕤𝕥𝕒𝕟𝕕𝕤 𝕘𝕖𝕥𝕣𝕚𝕖𝕓𝕖𝕟! 

(Sprichwort, Herkunft unbekannt)

Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen und mag ihren angenehmen Schreibstil sehr. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, die Figuren wachsen einem schnell ans Herz und das liebevoll eingefangene Lokalkolorit sorgt für echtes Eifelgefühl. Auch Humor und Spannung kommen nicht zu kurz.


"TÖDLICHE EIFELPFADE" ist ein unterhaltsamer Cosy Crime mit Herz, charmanten Charakteren und einer abwechslungsreichen Handlung. Ellen ermittelt sympathisch, beharrlich und mit einer guten Portion Bauchgefühl.


Nun bin ich gespannt, ob wir im nächsten Band noch mehr über die Detektivin und ihr Privatleben erfahren dürfen. Auf weitere Fälle mit Ellen Engels würde ich mich jedenfalls sehr freuen!


31 August 2026

90 - 2026 / Gabriela Kasperski - Tödlicher Rheinfall

 



Der hier vorgestellte Krimi "Tödlicher Rheinfall" von Gabriela Kasperski ist 2026 im Dörlemann Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Die scharfsinnige Rentnerin Libby Andersch ist mit ihrem Chor im ehemaligen Katharinenkloster in Diessenhofen am Rhein eingeladen. Sie verbindet den Ausflug mit einer Rundfahrt zum Rheinfall. Dabei trifft sie die junge Schottin Alison Luke. Nach einem Karaoke-Abend in der örtlichen Bar wird deren Besitzer Willy tot in einem Turm gefunden – angeblich Selbstmord. Und Alison ist verschwunden. Zuvor hat sie Libby anvertraut, eigentlich in einer Familiensache angereist zu sein. Ihre schottische Großmutter hat ihr Besitz am Rhein vermacht, und Libby befürchtet, das wird den örtlichen Immobilienbesitzern gar nicht gefallen. Nun ist mit Alison auch die entsprechende Urkunde verschwunden. Einmal mehr ist Libbys Spürsinn gefragt.

Mein Leseeindruck/Fazit:
𝘿𝙚𝙧 𝙎𝙤𝙣𝙣𝙚𝙣𝙠ö𝙣𝙞𝙜 𝙫𝙤𝙢 𝙎𝙤𝙣𝙣𝙚𝙣𝙝ü𝙜𝙚𝙡


Mit "TÖDLICHER RHEINFALL“ entführt die Autorin, Gabriela Kasperski, ihre Leserinnen und Leser bereits zum vierten Mal in die Welt der Abenteuer der scharfsinnigen Rentnerin Libby Andersch. Dieses Mal geht es nach Diessenhofen und an den Rheinfall.

Während einer Rundfahrt lernt Libby die junge Schottin Alison kennen. Zwischen den beiden Frauen entsteht sofort eine besondere Verbindung. Doch Libby spürt schnell, dass Alison etwas verheimlicht. Ihr Geheimnis steht im Zusammenhang mit einer undurchsichtigen Immobiliensache. Als die beiden beginnen, sich in Diessenhofen umzuhören, stoßen sie auf ein gefährliches Geflecht aus Korruption, Macht und unersättlicher Gier.

𝔾𝕖𝕝𝕕 𝕧𝕖𝕣𝕕𝕚𝕣𝕓𝕥 𝕕𝕖𝕟 ℂ𝕙𝕒𝕣𝕒𝕜𝕥𝕖𝕣 (𝕕𝕥. 𝕊𝕡𝕣𝕚𝕔𝕙𝕨𝕠𝕣𝕥)

Gabriela Kasperski gelingt es erneut, eine spannende und zugleich authentische Geschichte zu erzählen. Die Handlung geht flott voran und bleibt durchgehend fesselnd, sodass kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Besonders gefallen haben mir die interessanten Figuren und Libbys kluge, beharrliche Art, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Auch das detailliert eingefangene Lokalkolorit überzeugt. Diessenhofen und die Umgebung werden so anschaulich beschrieben, dass man sofort Lust auf einen eigenen Ausflug bekommt.

Mir hat dieser kurzweilige Krimi sehr gut gefallen. Nun warte ich gespannt auf weitere Abenteuer mit Libby Andersch.

26 August 2026

88 - 2026 / Sanna Falckner - Mord mit Neckarblick

 


Der hier vorgestellte Krimi "Mord mit Neckarblick" von Sanna Falckner ist 2026 im Gmeiner Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Kaum ist Installateurin Lena in ihrer neuen Heimat Heidelberg angekommen, gerät sie in große Schwierigkeiten: Der Mann, den sie an ihrem ersten Abend kennenlernt, wird am nächsten Morgen ermordet aufgefunden - und der Verdacht fällt auf sie. Um ihre Unschuld zu beweisen, beginnt Lena mit ihrem Opa Tasso und dessen gut vernetzten Freunden selbst zu ermitteln. Dank ihres Berufs kommt sie leicht mit Menschen ins Gespräch - und stößt bald auf erste Spuren. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es für sie …

Mein Leseeindruck/Fazit:

🅽🅴🆄🅰🅽🅵🅰🅽🅶 🅼🅸🆃 🆃🅾🅳🅴🆂🅵🅾🅻🅶🅴 

Mit "𝙈𝙊𝙍𝘿 𝙈𝙄𝙏 𝙉𝙀𝘾𝙆𝘼𝙍𝘽𝙇𝙄𝘾𝙆" entführt uns die Autorin, Sanna Falckner, ins malerische Heidelberg. Aber bei dem Malerischen bleibt es nicht, denn dazu serviert sie einen unterhaltsamen Krimi mit einer sympathischen, wenngleich auch etwas eigenwilligen Hauptfigur.

Aber kommen wir zum Geschehen:
Wir lernen Lena kennen, die als Installateurin ständig mit Menschen in Kontakt kommt. Das erweist sich als Vorteil, als sie in einen Mordfall verwickelt wird, denn den späteren Toten hatte sie am Abend zuvor kennengelernt – allerdings keineswegs auf angenehme Weise. Er war zudringlich geworden, und nun, da er tot aufgefunden wird, gerät Lena prompt unter Verdacht.
Unterstützung erhält sie von ihrem Großvater Tasso, bei dem sie in Heidelberg lebt. Doch auch Tasso hat alle Hände voll zu tun, denn seine Villa soll verkauft werden. Schon bald wird klar, dass auf die beiden einige Schwierigkeiten zukommen.

 𝕊ℂℍ𝔸𝕌𝕄 𝕌ℕ𝔻 𝕊𝕀𝕃𝕀𝕂𝕆ℕ 𝔼ℝ𝕊𝔼𝕋ℤ𝔼ℕ ℙℝÄℤ𝕀𝕊𝕀𝕆ℕ  🔧 (Installateursprichwort)

Der Schreibstil ist angenehm leicht und führt unterhaltsam durch die Geschichte. Gelegentlich wird die Spannung zwar durch Fachbegriffe aus dem Installationshandwerk unterbrochen, doch diese habe ich gerne genutzt, um nebenbei etwas dazuzulernen. Besonders gelungen sind die glaubwürdigen Charaktere und Handlungen, die meist nachvollziehbar, aber manchmal auch etwas sprunghaft erscheinen.

Insgesamt hat mir "𝙈𝙊𝙍𝘿 𝙈𝙄𝙏 𝙉𝙀𝘾𝙆𝘼𝙍𝘽𝙇𝙄𝘾𝙆 " sehr gut gefallen. Eine Fortsetzung mit Lena und Tasso würde ich mir nur ungern entgehen lassen.

13 August 2026

85 - 2026 / M. C. Beaton - Agatha Raisin und die tote Wohltäterin

 


Der hier vorgestellte Krimi "Agatha Raisin und die tote Wohltäterin" von M.C. Beaton ist 2025 im Lübbe Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Geborgt ist noch lange nicht geschenkt! Als Gloria French nach Piddlebury zieht, ist sie dort auf Anhieb beliebt. Sie scheint eine Wohltäterin par excellence zu sein, die Spenden für die Kirche sammelt und sich um die älteren Menschen kümmert. Aber sie hat leider auch die schlechte Angewohnheit, sich Dinge zu »leihen«, ohne sie zurückzugeben. Da wundert es niemanden, dass sie eines Tages tot aufgefunden wird, augenscheinlich vergiftet. Die Dörfler trauern nicht allzu sehr um Gloria. Gemeinderat Jerry Tarrant beauftragt dennoch Agatha Raisin, den Mörder zu finden. Aber das ist leichter gesagt als getan! Das Dorf ist unheimlich, und die Einwohner scheinen nicht zu wollen, dass Agatha dem Täter auf die Spur kommt ...

Mein Leseeindruck/Fazit:
Geborgt ist noch lange nicht geschenkt! 

Mit ihrem Krimi „AGATHA RAISIN UND DIE TOTE WOHLTÄTERIN“ entführt uns die Autorin, M.C. Beaton, zum 24. Mal in die idyllische Welt der Cotswolds, genauer gesagt ins verschlafene Dörfchen Piddlebury. Doch hinter der ruhigen Fassade brodelt es – Schuld daran ist die zugezogene Gloria French, die leidenschaftlich gern Dinge ausleiht und nie zurückgibt. Kein Wunder, dass die Dorfbewohner darüber ziemlich sauer sind. Doch dann wird Gloria tot aufgefunden, und zwar vergiftet!

Dieser vierundzwanzigste Band der Agatha-Raisin-Reihe hat mich voll überzeugt. Während einige Vorgänger etwas schwächelten, glänzt dieser Krimi mit viel Einfallsreichtum und überraschenden Wendungen. Agatha jagt gemeinsam mit ihrem Detektivteam dem Täter nach, und auch ihr Exmann James spielt wieder eine Rolle. Agatha selbst besticht durch ihre Neugier, Spontanität und eine Prise Eifersucht – eine Mischung, die für jede Menge Unterhaltung sorgt.

Ich freue mich schon riesig auf die nächsten Abenteuer.


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐


02 Juli 2026

79 - 2026 / Samantha Downing - Zu alt für sowas

 


Der hier vorgestellte Krimi "Zu alt für sowas" von Samantha Downing ist 2026 im Adrian & Wimmelbuch Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Es ist nie zu spät, einer alten Frau das Morden beizubringen... Ein messerscharfer, spannungsgeladener neuer Thriller der Sunday Times-Bestsellerautorin Samantha Downing - ‚scharf; listig und düster komisch‘ Man würde nie erraten, dass Lottie Jones Leichen im Keller hat. Sie lebt schon seit Jahrzehnten in der Stadt. Sie wird älter. Sie liebt die einfachen Freuden wie den wöchentlichen Bingo-Abend in der Kirche und das Tratschen mit ihren Freundinnen über das Liebesleben ihrer Kinder. Aber als die investigative Journalistin Plum Dixon vor ihrer Haustür auftaucht und Fragen über Lotties Vergangenheit stellt, insbesondere über ihre Verbindung zu zahlreichen ungelösten Morden, nun, das kann Lottie wirklich gar nicht leiden. Aber mit Mord ungeschoren davon zu kommen, ist schwer genug, wenn man jung ist. Und als Lottie ein weiteres lästiges Klopfen an der Tür hört, wird ihr klar, dass dieses Verbrechen sie womöglich selbst das Leben kosten könnte.

Mein Leseeindruck/Fazit:
Spannung und Humor – wie passt das zusammen? Samantha Downing zeigt in ihrem Buch „ZU ALT FÜR SOWAS“ genau, wie gut diese beiden Elemente harmonieren können. Im Mittelpunkt steht Lottie, eine scheinbar harmlose ältere Dame mit Gehhilfe, die das Tratschen mit Freundinnen liebt. Doch hinter dieser liebenswert schrulligen Fassade verbirgt sich eine mörderische Seite, die jede Gefahr für sie rücksichtslos eliminiert.

Lotties Charakter ist wunderbar vielschichtig. Einerseits wirkt sie herzlich und altmodisch, fast schon sympathisch in ihrer Alltäglichkeit. Andererseits trägt sie eine dunkle Seite in sich, die dafür sorgt, dass sie nicht zögert, unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen. So trifft es auch Plum, die neugierig in Lotties Vergangenheit wühlt. Diese Kombination macht den Reiz des Buches aus: Man fühlt sich einerseits amüsiert von ihren Eigenheiten und gleichzeitig gefesselt von der spannenden Kriminalhandlung.

Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin trotz der düsteren Thematik immer wieder Momente zum Schmunzeln einbaut. Das sorgt dafür, dass die Geschichte nicht nur nervenaufreibend, sondern auch unterhaltsam bleibt. Lottie ist kein typischer Bösewicht, sondern eine Figur, die trotz – oder gerade wegen – ihrer fragwürdigen Taten eine gewisse Sympathie weckt.

„ZU ALT FÜR SOWAS“ hat mich von der ersten Seite an bestens unterhalten und gezeigt, dass Spannung und Humor sich keineswegs ausschließen. Im Gegenteil: Zusammen verleihen sie einer Geschichte erst die besondere Würze!



Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐



29 Juni 2026

77 - 2026 / Anne Stern - Die weisse Nacht

 


Der hier vorgestellte Roman "Die weisse Nacht" von Anne Stern ist 2026 im Piper Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Der erste Fall für Lou & König: Ein Nachkriegskrimi, historisch präzise, bewegend und extrem spannend! Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.

Mein Leseeindruck/Fazit:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mit ihrem Nachkriegskrimi "DIE WEISSE NACHT" entführt uns Anne Stern in das düstere Berlin der Nachkriegszeit. Eine Stadt geprägt von Hunger, Elend und Hoffnungslosigkeit. Die Lebensmittelknappheit hat die Menschen fest im Griff, ausgemergelte Körper und traurige Kinderaugen erzählen vom harten Alltag, in dem das Überleben zum täglichen Kampf wird.

Im Mittelpunkt steht Lou Faber, eine Fotografin mit einem besonderen Gespür für ungewöhnliche Motive. Ihr instinktives Auge entdeckt eine Frauenleiche im Schnee – ein Fundort, der mehr Fragen aufwirft, als Antworten liefert. Wurde die Frau hier tatsächlich gemordet? Kriminalkommissar König übernimmt die Ermittlungen, doch schnell wird klar: Lou ist ihm eine unverzichtbare Verbündete. Gemeinsam tauchen sie ein in die dunklen Ecken Berlins, wo Verbrechen und Verzweiflung Hand in Hand gehen.

Der Roman beeindruckt durch seine sorgfältige Recherche, die nicht nur das Berliner Umfeld authentisch abbildet, sondern auch medizinische Details lebendig werden lässt. Anne Stern schafft es, das Leben in der Nachkriegszeit so eindringlich zu schildern, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt.

Allerdings schiebt sich die spannende Krimihandlung manchmal etwas in den Hintergrund, da die ausführlichen Beschreibungen des Alltags und der Umstände viel Raum einnehmen. Ein wenig mehr kriminalistischer Spürsinn hätte dem Buch gutgetan, um die Spannung durchgehend zu halten. Trotzdem bietet "DIE WEISSE NACHT" einen atmosphärisch dichten Einblick in eine schwierige Zeit. Perfekt für alle, die historische Krimis mit Tiefgang mögen.


Cover:           ⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐




11 Juni 2026

71 - 226 / Lisa K. Ast - Verbrechen auf hoher See

 


Der hier vorgestellte Krimi "Verbrechen auf hoher See" von Lisa K. Ast ist 2026 im Piper Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Willkommen an Bord – halten Sie Ihre Wertsachen gut fest! Humorvoller Kreuzfahrt-Krimi für Fans von C. L. Miller und Charlotte Gardener Anette Glöcklich ist frisch geschieden und will ihr neues Single-Dasein auf einer Kanarenkreuzfahrt so richtig auskosten. Leider hat sie die Anzahl verfügbarer attraktiver Männer über- und das allgemeine Interesse an Schlagern und Wassergymnastik unterschätzt. Doch dann trifft sie auf Franz, einen charmanten Krimiautoren, der sie an seinen Tisch einlädt. Dort lernt sie die exzentrische Augustina kennen, die mit einem wertvollen Collier prahlt. Als das Schmuckstück kurz darauf gestohlen wird, fällt der erste Verdacht unter anderem auf Anette. Endlich ist hier etwas los! Während der Sicherheitsbeauftragte des Schiffes überfordert wirkt, stürzt sie sich eifrig selbst in die Ermittlungen.

Mein Leseeindruck/Fazit:
Tisch dreizehn

In „VERBRECHEN AUF HOHER SEE“ entführt uns Lisa K. Ast auf eine charmante Mittelmeer-Kreuzfahrt voller Rätsel und überraschender Begegnungen. Anette Glöcklich, die sympathische Hauptfigur, nutzt ihre Reise nicht nur zur Erholung nach der Scheidung, sondern wird durch durch einen Diebstahl auch unfreiwillig zur Detektivin. Wer von den Mitreisenden hatte die Gelegenheit und das Motiv?

Lisa K. Ast verzichtet bewusst auf blutige Thriller-Elemente oder nervenaufreibende Actionszenen. Stattdessen punktet ihr Krimi mit feinem Humor, sympathischen Charakteren und einer Atmosphäre, die zum Träumen von Sonne, Meer und neuen Freundschaften einlädt. Die Spannung entsteht hier aus cleveren Wendungen und dem scharfsinnigen Kombinationsvermögen der Protagonistin. So wird der Leser Schritt für Schritt auf die falsche Fährte gelockt, um am Ende doch überrascht zu werden.

Das Buch ist der perfekte Begleiter für alle, die Lust auf einen leichtfüßigen, unterhaltsamen Krimi mit Herz haben. Besonders Anette Glöcklich als Hauptprotagonistin begeistert mit ihrer warmherzigen Art und ihrem detektivischen Spürsinn gleichermaßen. Ich hoffe sehr, dass die Autorin dieser sympathischen Heldin bald eine Fortsetzung gönnt.


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐


08 Juni 2026

70 - 2026 / Susanne Arnold - Bei Kirmes Mord

 


Der hier vorgestellte Krimi "Bei Kirmes Mord" von Susanne Arnold ist 2026 im KBV Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Die Dorfmusik erklingt – doch der Tod spielt falsch Im beschaulichen Immenberg laufen die Kirmesvorbereitungen auf Hochtouren. Der Musikverein Schöne Töne probt emsig, um seinem Namen bis zum alljährlichen Frühschoppen wieder gerecht zu werden. Doch die streitlustige Dorfbewohnerin Henriette Bachmann will dem Fest wegen angeblich fehlender Genehmigungen den Zapfhahn abdrehen. Das kann Rita, die zweite Vorsitzende der Schönen Töne, natürlich nicht hinnehmen. Als Henriette tot im Bach gefunden wird, gerät Rita schnell ins Visier der Koblenzer Kommissare Deppert und Trottmann. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln und den wahren Mörder zu finden. Zum Glück hat sie gute Freundinnen, die ihr dabei helfen. Doch je tiefer die Frauen graben, umso mehr Verdächtige tauchen auf, die ein Motiv gehabt hätten, Henriette für immer zum Schweigen zu bringen …

Mein Leseeindruck/Fazit:
In Vino Veritas – Spannung und Dorfleben in „Bei Kirmes Mord“

Susanne Arnold entführt uns mit „Bei Kirmes Mord“ in das idyllische Dörfchen Immenberg, wo eigentlich jeder jeden kennt und das Leben beschaulich vor sich hinplätschert. Doch die Ruhe trügt: Henriette sorgt für reichlich Unruhe, immer mit spitzer Zunge und dem Drang, andere bloßzustellen. Die bevorstehende Kirmes wird von allen mit gemischten Gefühlen erwartet. Was wird Henriette diesmal zu meckern haben? Das Unerwartete geschieht jedoch: Henriette taucht nicht auf der Kirmes auf und kurz darauf findet man sie tot.

Nun beginnt ein spannender Dorfkrimi: War es ein Unfall oder steckt ein Mord hinter ihrem Tod? Und wer könnte ein Motiv gehabt haben? Denn scheinbar hat jeder im Dorf einen Grund, Henriette nicht zu vermissen.

Susanne Arnold, bislang bekannt für ihre britischen Cosy Crime Geschichten, wagt mit diesem Roman einen charmanten Ausflug ins Rheinland. Dialekt, lokale Eigenheiten und liebevoll gewählte Namen verleihen dem Buch einen besonderen Flair. Dabei stehen starke Frauen im Mittelpunkt, die mit viel Charakter und Herz das Geschehen prägen. „Bei Kirmes Mord“ ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine warmherzige Erzählung über Dorfgemeinschaft, Zusammenhalt und neue Freundschaften, die durch die tragischen Ereignisse entstehen.

Besonders gelungen: Im Anhang wartet das Rezept für Bäckers Uschis Nussecken – natürlich nicht diese staubigen Varianten, sondern echte Leckerbissen! Ein rundum gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr Abenteuer in Immenberg macht.


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐


03 Juni 2026

69 - 2026 / Ilke Gerdes - Die Müllers und die Pekingente

 


Der hier vorgestellte Krimi "Die Müllers und die Pekingente" von Ilka Gerdes ist 2025 im Gmeiner Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Die Müllers stecken bis zum Hals in einer Ehekrise. Sie meditiert mehrmals täglich. Er trägt Westen in der Farbe des Todes. Auf Wunsch ihrer Kinder reisen sie dennoch gemeinsam vom Schwarzwald nach Ostfriesland, einem kauzigen Landstrich, dem beide nur das Schlechteste unterstellen. Dort stolpert Herr Müller beim Strandspaziergang mit Dackelrüden Hildegard über ein dubioses Päckchen, das er kurzerhand einkassiert. Nur wenige Missgeschicke später geraten Herr und Frau Müller ins Fadenkreuz einer unkonventionellen Verbrecherbande. Ein Wettlauf um das Leben und die Liebe beginnt.

Mein Leseeindruck/Fazit:
Eheprobleme und Fundstücke

Mit „DIE MÜLLERS UND DIE PEKINGENTE“ hat mich die Autorin Ilka Gerdes voll erwischt. Ich liebe Krimis mit außergewöhnlichen Protagonisten und genau das habe ich hier bekommen. Die Müllers sind wirklich speziell, sehr speziell. Warum ich sie nicht beim Vornamen nenne? Die beiden bleiben bewusst etwas reserviert. Schon lange verheiratet, ohne große Liebe, eher ein Zusammenleben, um Kosten zu sparen. Gefühle und Anziehung? Gibt es schon lange nicht mehr. Um diese Distanz zu wahren, bleiben sie eben vornamenlos.

Ein Geschenk ihrer Kinder bringt die Müllers nach Ostfriesland in den Urlaub. Und wen wundert’s, dass sie dort getrennte Wege gehen. Pseudo-Fotos für die Kinder, ja – aber sonst eher getrennte Zimmer. Doch dann passiert das Unglaubliche: Ein Fund am Strand verändert alles, und zwar in jeder Hinsicht.

Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mit den Müllers warm zu werden, doch von Seite zu Seite wurden sie mir vertrauter. Ilka Gerdes zeichnet ihr Setting so bildhaft und ansprechend, dass sofort Urlaubsstimmung aufkommt. Witzige Szenen sorgen für ein humorvolles Gefühlschaos, das die kleinen Kämpfe untereinander auflockert.
Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung!


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐


28 Mai 2026

66 - 2026 / Marion Wagner - Oachkatzlkiller

 


Der hier vorgestellte Krimi "Oachkatzlkiller" von Marion Wagner ist 2025 im Emons Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Herrlich komisch, spannend und mit einer Prise Romantik. Doro wurde gerade von ihrem Ehemann verlassen, und Gabi hadert mit dem Auszug ihrer Tochter. Beide wollen im Wellnesshotel »Oachkatzlhof« ihre Probleme für ein paar Tage vergessen. Doch dann erschüttert ein Mord die Idylle, und Gabi ist die Einzige, die mit Sicherheit weiß, dass der Hauptverdächtige unschuldig ist. Heimlich machen sich die Freundinnen auf die Suche nach dem wahren Täter und entdecken hinter der heimeligen Fassade des Hotels so manches sündige Geheimnis ...

Mein Leseeindruck/Fazit:
What happens in the Oachkatzlhof,  stays in the Oachkatzlhof 

Wer witzige Krimis liebt, sollte unbedingt „OACHKATZLKILLER“ von Marion Wagner lesen – eine humorvolle und charmante Mischung aus Heimatfilm-Flair und spannender Ermittlungsarbeit, die einfach Laune macht!

Im Mittelpunkt stehen Doro und ihre Freundin Gabi, die sich eigentlich nur ein paar entspannte Tage im Wellnesshotel Oachkatzlhof gönnen wollen. Doch der gemütliche Urlaub bekommt einen unerwarteten Dreh: Eine Tote wird gefunden und das Erstaunlichste daran ist die Tatwaffe. Erschlagen von einem Eichhörnchen!

Gabi hütet zudem ein kleines Geheimnis, das die beiden Frauen auf ihre ganz eigene, spannende Spurensuche schickt. Die Autorin versteht es meisterhaft, mit Dialekt und Lokalkolorit zu spielen. Man fühlt man sich direkt in die bayerische Heimatfilmkulisse versetzt, ohne dass es altbacken oder klischeehaft wirkt. Vielmehr bringt der bayrische Charme zusammen mit dem Berliner Kommissar Lutz, dessen ausgeprägter Dialekt für herrlich komische Situationen sorgt, frischen Wind in das Krimigenre.

Wer also auf blutige Verbrechen und nervenzerreißende Action hofft, könnte überrascht sein. Statt eines klassischen Krimis bekommt man eine liebevoll humorvolle Ermittlungsgeschichte, bei der die Figuren mit all ihren Ecken und Kanten glänzen. Besonders die Charakterzeichnung überzeugt. Man fühlt richtig mit und liest mit einem Lächeln.

Ich bin begeistert von „OACHKATZLKILLER“ und warte schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Ein Muss für alle, die Krimis mit Herz, Witz und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit lieben!


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐


12 Mai 2026

62 - 2026 / Britt Reissmann - Nur ein Sterbenswort



Der hier vorgestellte Krimi "Nur ein Sterbenswort" von Britt Reissmann ist 2025 im Saga Egmont Verlag erschienen.


Zum Inhalt:

Wenn Gewalt unsichtbare Narben hinterlässt … Ihr erster Fall in Stuttgart bringt die Stralsunder Kommissarin Meike Masur an ihre Grenzen: Die Theaterstudentin Katie liegt stranguliert in ihrer Wohnung – eine intime Form von Gewalt, doch es gibt keinen Hinweis auf den Täter. Ihre Ermittlungen führen Meike ans Set einer erfolgreichen Serie, in der Katies Rolle hart umkämpft schien. In der ersten Staffel war sie noch durch eine andere Studentin besetzt, die aber zu alldem schweigt. Hat es etwas mit dem Unidozenten zu tun, der angeblich für gefragte Rollen gewisse Gefälligkeiten erwartete? Bald verhärtet sich allerdings Meikes Verdacht, dass die Frauen gar nicht wissen, was mit ihnen geschah – und wer anzuklagen ist. Die Kommissarin muss einen Balanceakt wagen, auch mit dem zuständigen Staatsanwalt …

Mein Leseeindruck/Fazit:
Blutgeschwister

Mit „NUR EIN STERBENSWORT“ entführt uns Britta Reissmann in die pulsierende Landeshauptstadt Stuttgart – ein Schauplatz, der dem Krimi eine authentische und lebendige Atmosphäre verleiht. Die Protagonistin Meike Masur, frisch von Stralsund nach Stuttgart gezogen, steht nicht nur vor der Herausforderung, sich in einer neuen Stadt zurechtzufinden, sondern auch mit der eigenwilligen Mentalität und der schwäbischen Mundart klarzukommen. Diese kleinen kulturellen Hürden geben dem Plot einen sympathischen, oft humorvollen Unterton und machen Meikes Figur besonders greifbar.

Der erste Fall, den Meike übernimmt, stellt sie auf eine harte Probe: Eine junge Schauspielstudentin wird brutal erwürgt aufgefunden. Von Anfang an spürt man die beklemmende Spannung, die sich durch die Suche nach Täter und Motiv zieht. Besonders gelungen ist es der Autorin, aktuelle Themen wie Netflix-Serien und sogar das Münchhausen-Syndrom geschickt in die Handlung einzuflechten. Diese Elemente wirken niemals aufgesetzt, sondern fügen sich nahtlos in die Story ein und erhöhen die Spannung auf faszinierende Weise.

Britta Reissmanns Schreibstil zeichnet sich dadurch aus, dass er die einzelnen Szenen lebendig und authentisch erscheinen lässt. Die Emotionen der Figuren sind spürbar nah, was es dem Leser schwer macht, das Buch zur Seite zu legen. „NUR EIN STERBENSWORT“ ist somit nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein unterhaltsames Leseerlebnis, das auf eine Fortsetzung regelrecht hoffen lässt. Wer Lust auf eine packende Mischung aus nervenaufreibendem Thriller und charmanten Alltagsbeobachtungen hat, kommt hier voll auf seine Kosten.


Cover:           ⭐⭐⭐⭐⭐

Erzählstil:      ⭐⭐⭐⭐⭐

Handlung:    ⭐⭐⭐⭐⭐

Charaktere: ⭐⭐⭐⭐⭐