27 Dezember 2019

✒ Rezension (Die englische Gärtnerin: Blaue Astern / Martina Sahler)

Liebe Blogleser und Freunde historischer Romane,

der Auftakt zur englischen Gärtnerin Reihe von MARTINA SAHLER ist am 27.12.2019 im ULLSTEIN VERLAG erschienen und trägt den Titel BLAUE ASTERN.

Bildrechte beim Verlag


Und hier ist meine Rezension dazu: 
Schau nicht zurück, Charlotte, schau nach vorn.

📚 Zum Inhalt 📚

England, 1920. Charlotte Windley arbeitet als eine der wenigen Frauen in Londons botanischem Park Kew Gardens. Als ihr Vater stirbt, kann sie über eine kluge Eheschließung den Lebensunterhalt der Familie sichern. Gegen den Rat ihrer Mutter heiratet sie den wohlhabenden Deutschen Victor Bromberg. Victor vergöttert seine junge Frau und schenkt ihr das Anwesen Summerlight House. Charlotte macht sich einen Namen mit der Gestaltung ihres Gartens. Doch das illustre Leben der englischen Upper Class in den 1920ern täuscht sie nicht darüber hinweg, dass ihr Herz etwas Größeres will. Immer stärker fühlt sie sich eingesperrt in ihren Pflichten. Gegen alle Widerstände beginnt sie, sich als Frau zu behaupten. Der Garten wird der Ort ihrer Befreiung.


📚 Mein Leseeindruck 📚

Es war ganz klar das Cover, das meinen Blick magisch angezogen hatte. Ob es an der Farbgestaltung, den Blautönen, oder an der Dame im Vordergrund lag, kann ich kaum beurteilen. Es hat mich einfach neugierig gemacht. Und dann noch der Titel "Blaue Astern". Irgendwie lag etwas romantisches, verspieltes aber auch magisches an diesen beiden Worten. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. 

Ohne Prolog startet der Roman direkt mit der Vorstellung der Hauptprotagonistin, nämlich Charlotte. Sie ist eine junge, willensstarke Persönlichkeit, die ihr Leben den Blumen und Pflanzen verschrieben hatte. Klar gab es auch eine Liebelei, aber irgendwie schien Dennis eine richtige Beziehung mit ihr nicht zu wollen. Ich muss auch sagen, dass mir die Person des jungen Mannes irgendwie ein bisschen suspekt war. War er nur ein Freund? Dann aber wiederum näherte er sich Charlotte wieder. Es war, zumindest anfangs, immer ein ständiges Liebeschaos. Klar, dass da ein "neuer" Mann in Charlottes Leben so einiges durcheinander bringen kann. Sehr gut wurde auch die Charlottes Zerrissenheit dargestellt. Eine Beziehung, die zwar etwas träge ist, dafür aber Liebe eine Rolle spielt. Oder eine Beziehung, die die Familie rettet und eine gewisse Sicherheit bietet. Eine sehr schwierige und schwerwiegende Entscheidung, die ich auch nicht treffen möchte. 

Was mich so ein bisschen gewundert hat, war ziemlich am Anfang. Es wurde sehr ausführlich davon berichtet, dass Charlotte innerhalb kürzester Zeit 5 Schirme liegen gelassen hätte. Hm.. .nun stellt sich für mich die Frage, woher Charlotte (hier noch als Studentin) soviel Geld für immer neue Schirme hatte. Ihr denkt vielleicht, boah, über was sich Chatty hier auslässt. Aber nun ja, wenn so sehr darauf hingewiesen wird, dann mach ich mir eben meine Gedanken. Gut, vielleicht hat man diese Info auch zur benötigt, um Seiten zu füllen. Mich hat diese Sache jedenfalls beschäftigt. 

Sehr schön fand ich die detaillierten Beschreibungen der Blumen, Pflanzen und deren Düfte. Ich hatte stellenweise das Gefühl, den süßlichen Duft der Blumen und kräftigen Geruch von Kräuter selbst wahrnehmen zu können. 

Insgesamt haben mir die Protagonisten sehr gut gefallen. Jeder Charakter ist hervorragend auf die Geschichte abgestimmt und passt zum Gesamtbild.

S
chade fand ich, dass der Klappentext fast schon den Inhalt des gesamten Reihebauftakts verrät. Hier hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht, um die Spannung innerhalb der 27 Kapitel zu erhalten. 

Hinweisen möchte ich noch auf meine weiteren Rezension von Romanen der Autorin:
Die Hureninsel: https://chattysbuecherblog.blogspot.com/2015/09/die-hureninsel-martina-sahler.html
Die Stadt des Zaren:  https://chattysbuecherblog.blogspot.com/2019/03/92018.html



📚 Fazit 📚

Der erste Band der Trilogie "Die englische Gärtnerin - Blaue Astern" von der deutschen Autorin Martina Sahler ist ein zeitkritischer, bewegender und auch gefühlsbetonter Roman. Ein toller Reihenauftakt, der den Lesern das Leben und Streben der jungen Charlotte im England der 1920gern näher bringt. 

"Die Baumkronen breiteten sich wie das Dachgewölbe einer Kirche aus" so beginnt der erste Satz der Gärtnerinnen Trilogie von Martina Sahler. 

Zu damaliger Zeit es nicht einfach, als Frau eine Stellung als Botanikerin zu erhalten. Es war eine Männerdomäne, die nur durch die Unterbrechung durch den ersten Weltkrieg, Frauen zugelassen hatte. Die Männer kämpften an der Front, in der Zeit durften die Frauen dann ihre Jobs übernehmen. Kaum aus dem Krieg zurück, wurden die Frauen wieder an den Herd verbannt.
Charlotte zeigt sich von ihren Gefühlen hin und her gerissen. Dieses wird durch den prägnanten Schreibstil sehr deutlich gemacht, so dass ich zu keinem Zeitpunkt an der Geschichte gezweifelt habe. Sie kam mir sogar sehr realistisch vor. 
Auch die Protagonisten waren hervorragend detailliert charakterisiert, so dass alles sehr stimmig schien. 

Mit "Schau nicht zurück, Charlotte, schau nach vorn" endet dieser erste Band der farbenprächtigen Reihe um eine begeisterte und begeisterungsfähige Gärtnerin. Schon alleine an diesem Schlußsatz kann man erkennen, dass die Geschichte hier noch lange nicht zuende ist.

Ich bin sehr froh, dass ich den Reihenauftakt lesen durfte, da es ein besonderes und außergewöhnlich farbenfrohes Werk ist, dass neugierig auf die Fortsetzung macht.


📚 Buchdetails 📚 

Reihe:  Die englische Gärtnerin 
Autor: Martina Sahler

erschienen im Ullstein Verlag
Ausgabe: Taschenbuch
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 416 Seiten

ISBN: 9783548060712
Erschienen: 27.12.2019

Meine Bewertung: 📖 📖 📖 📖 📖



Ich möchte mich ganz herzlich bei netgalley.de und dem Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.  Es ist toll, solche Partner zu haben. Vielen herzlichen Dank!


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