Mittwoch, 3. Januar 2018

Rezension Nr. 2/2018: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis

Der Liebhaber des geflegten Teatime-Krimis kann diesen mit Behagen schlürfen. (Die Welt)


Zum Inhalt:

Miss Daisy ermittelt England in den wilden zwanziger Jahren: Nach dem Tod ihres Vaters fasst Daisy Dalrymple, an Luxus gewöhnt, einen eigenwilligen Entschluss: Sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen und als Journalistin arbeiten. Eigentlich soll sie für ihren ersten Auftrag einen Artikel über Wentwater Court schreiben, das idyllisch gelegene Gut des gleichnamigen Grafen und seiner Frau. Aber der schöne Schein trügt: Auf dem zugefrorenen See wird eine Leiche gefunden. Zusammen mit dem attraktiven Inspector Alec Fletcher von Scotland Yard nimmt Miss Daisy die Ermittlungen auf.

Mein Leseeindruck:

Puh, ziemlich zäh beginnt dieser Krimi so vor sich hin zu plätschern. Ständig hatte ich das Gefühl die Sache irgendwie vorantreiben zu müssen. Es passierte einfach - nichts. Ein bisschen Geplänkel hier, ein bisschen Teiteitei dort. Aber wo war der angekündigte Tote? Selbst nach etwa einem Drittel des Krimis, war noch nichts passiert. Hm... das machte mich doch schon ganz schön stutzig. Hatte der Verlag etwa eine Reihe übersetzt, die irgendwie so gar nicht läuft? Oder kam die entscheidende Spannung etwa noch.
Aber eines war klar.... ich wollte unbedingt weiterlesen, wenngleich auch nicht mit dem Tempo, mit dem ich für gewöhnlich Krimis lesen. Hier war es komplett anders. Man konnte getrost das Buch zur Seite legen und erst eine Woche weiterlesen.

Dann endlich war es soweit. Die Leiche wurde gefunden. Aber wer nun Spannung erwartet wird etwas enttäuscht zurück bleiben.
Die Ermittlungen laufen nun im gleichen Tempo weiter. Auch hier kann man getrost ein oder zwei Teepausen dazwischen einlegen, die Wäsche machen, etc..... man verpasst nichts.

Die Protagonisten, speziell Daisy wurden sehr gut ausgearbeitet, zeigen den typisch britischen Charme und wirken doch sehr reserviert. Man wird irgendwie nicht so richtig warm mit ihnen. Bis auf Daisy und Alex, hier geht es irgendwie ein bisschen tiefer. Also nicht das man sagen könnte, die beiden wären der Kracher. Nein, sie sind auch eher reserviert, aber doch etwas gefühlvoller.

Die Story ansich war nicht schlecht, aber auch etwas hervorsehbar und an manchen Stellen dich recht konfus. Zu viele Personen, zu viele Handlungstränge, kein roter Faden.

Abschließend noch kurz zum Cover und Klappentext:
Ich liebe diese auf alt gemachten Cover. Sie verbreiten so einen ganz besonderen Flair. Der Charme der vergangenen Zeit, aufpoliert mit etwas modernen. Für mich - sehr ansprechend. Der Klappentext ist sehr aufschlussreich und verspricht Spannung.

Fazit:

So wie der Klappentext Spannung versprach, so enttäuscht war ich dann auch. Es gab keine nennenswerten Höhen oder Tiefen. Auch der Spannungsbogen war so fein, dass man ihn wohl eher mit der Lupe hätte suchen müssen.

Dennoch versprühte die Geschichte einen ganz eigenen Charme. Der Charme der zwanziger Jahre, im verknöcherten England. Stocksteife Charaktere, Intrigen und natürlich Teatime.

Wer auf solche Krimis steht, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen.


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Vielen Dank dem Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.