Sonntag, 15. Oktober 2017

Rezension Nr. 112/2017: Die Hebamme und das Rätsel von York - Band 1 der Hebamme von York Reihe






 Titel: Die Hebamme und das Rätsel von York
 Autor: Sam Thomas

 erschienen im Bastei Lübbe Verlag
 Ausgabe: Taschenbuch
 Genre: Historischer Krimi
 Seitenzahl: 381 Seiten 
 ISBN  978-3-404-16785-2 
 Ersterscheinung: 18.07.2014










Klappentext:

York 1644, zur Zeit des englischen Bürgerkriegs: Während die Stadt von Rebellen belagert wird, wartet Esther im Kerker auf ihre Hinrichtung. Sie soll ihren Ehemann vergiftet haben. Doch ihre Freundin, die einflussreiche Hebamme Bridget, erklärt Esther kurzerhand für schwanger und verschafft sich so Zeit, deren Unschuld zu beweisen. Gemeinsam mit ihrer Magd Martha macht sich Bridget auf die Suche nach dem wahren Mörder – eine Suche, die die beiden Frauen von den Gassen der Elendsviertel bis zu den mächtigsten Familien der Stadt führt …

"In der Nacht, in der ich Mercy Harrys von einem unehelichen Kind entband, steckten die Soldaten des Königs die Vororte der Stadt in Brand und zogen sich dann hinter die Stadtmauern zurück, um dort den Angriff der Rebellen zu erwarten." (1. Satz - Seite 13)

Mein Leseeindruck:

Die Hebamme Bridget Hodgson ist durch ihr Fachwissen in York sehr bekannt und auch beliebt. Eines Tages klingelt eine junge Dame an ihrer Türe, die im Haushalt helfen möchte. Als die Hebamme zu einem Notfall gerufen wird, darf die nun neue Haushälterin Martha sie begleiten. Schnell bemerkt Bridget, dass in Martha viel mehr steckt. Sie macht sie zu ihrer Gehilfen und schon bald stecken beide in Ermittlungen zu einem brisanten Mordfall.
Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch war. Ein Mann schreibt aus Sicht einer Hebamme. Hm... dann muss er wohl ziemlich gut recherchiert haben, dachte ich und war gespannt, was sich hinter dieser Geschichte verbergen würde. Und siehe da.... er hat gut recherchiert, sehr gut, um genau zu sein.
Schon die Charakterisierung der Protagonisten hat mir gut gefallen. Beide Damen scheinen sehr gut aufeinander abgestimmt. Während ich anfangs noch dachte, dass Martha wohl etwas langsamer wäre, hatte sie mich schon nach sehr kurzer Zeit vom Gegenteil überzeugt. Langsam? Oh nein, ganz im Gegenteil. Gerade die Szene im der Seitengasse mit dem Toten, war alles andere als eine langsame Person. Von hier an war klar, dass es spannend werden würde.
Sehr gut hat mir auch der Schreibstil gefallen. Eine einfache Wortwahl, die mich nur so durch die Seiten fliegen ließ, brachte die Spannung immer wieder zum Höhepunkt. Ja, ich wollte unbedingt mehr wissen und immer weiter lesen.
Dadurch, dass der Autor auch die Ich-Perspektive verwendet hat, konnte ich mich schnell mit Bridget "anfreunden" und die Handlungen erschienen mir glaubhaft und nachvollziehbar.
Auch die Beschreibung der Örtlichkeiten zur Zeit des englischen Bürgerkrieges, erschienen für mich nachvollziehbar und passend.
Das Thema Sodomie wird die Menschheit wohl bis zum Ende begleichen. Jedes Mal unfassbar, und jedes Mal geht es ja nur Macht. In diesem Buch wird dieses Thema sehr gut beleuchtet und ich habe mich dabei ertappt, wie ich einen gewissen Ekel gegen einen bestimmten Personenkreis entwickelt habe. Ich möchte mich hierzu nicht näher äußern, da es sonst einen weiteren Einblick in die Geschichte geben würde.

Fazit:

Nachdem ich anfangs doch etwas skeptisch war, kann ich nun ruhigen Gewissens sagen, dass ich mir auf jeden Fall den Nachfolgeband besorgen werde. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit dem Hebammen-Duo weiter geht.

Spannung: 📖 📖 📖 📖       Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖        Protagonist: 📖 📖 📖 📖  

 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

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