Sonntag, 16. Juli 2017

Rezension Nr. 84/2017: Die verlorenen Kinder

  
Bildrechte beim Verlag

 

    Titel: Die verlorenen Kinder
    Reihe: -
    Autor: Michael Seitz
    erschienen im Droemer Knaur Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch
    Genre: Krimi
    Seitenzahl: 248 Seiten 
    ISBN 978-3-426-21634-7   
    Erscheinung: 2. Mai 2017
   








Die Vergangenheit endet mit dem Tod. (Seite 56)



Klappentext:

Ein Wiener Kriminal-Roman über Gerechtigkeit und Vergangenheit. Falco Brunners erster Fall. April, 2015: In Wiener Pflegeheimen werden zwei Bewohner innerhalb weniger Tage auf die gleiche Weise getötet. Privatdetektiv Falco Brunner nimmt die Ermittlungen auf. Was sich auf den ersten Fall als ein „Pflegeskandal à la Lainz" darstellt, führt den suspendierten Ex-Polizisten in die Vergangenheit der Wiener Kinderheime – insbesondere des Heimes am Wilhelminenberg. In den Mittelpunkt von Falcos Ermittlungen rücken die Missbrauchsskandale der 60er Jahre. Ehemalige Betroffene leiden bis heute unter den Folgen und haben verschiedene Wege gefunden, ihre Kindheitstraumata zu verarbeiten. Falco kämpft gegen eine Mauer des Schweigens. Seine Ermittlungen führen ihn in höchste Kreise. Der Preis der Gerechtigkeit ist ein hoher …


Mein Leseeindruck:

Die Männer schleichen sich in die Schlafsäle zu uns herein. (1. Satz - Seite 9)

Ich muss gestehen, dass ich mit Krimis aus Österreich so meine kleinen Probleme habe. Ob es am Wiener Schmä liegt? Ob es mit den Dialekten zu tun hat? Ich weiß es nicht. Umso überraschte war ich, als ich den Prolog gelesen hatte. Wow, war mein erster Gedanke. Spannend, aber auch verwirrend. Schnell habe ich nochmal den Klappentext studiert. Aha, dann war klar, wohin die Reise gehen sollte. Ein Thema, das einfach nur widerlich ist.
Dann ging es aber auch schon nahtlos über und ich fand mich mit meinem "alten" Problem wieder. Ein Protagonist, mit dem ich irgendwie nicht so richtig warm wurde. Eine Sprache, die mir mitunter sehr fremd war und Geschehnisse, denen ich irgendwie nicht so richtig folgen konnte.
Es waren für mich einfach viel zuviele Frauengeschichte oder Geschehnisse aus Falcos privatem Leben, so dass die Spannung nur selten zum Vorschein kam.
Außerdem gab es meines Erachtens auch zu viel Randgeschehen, das nichts mit der Story zu tun hatte. (die Starwars Figuren, Drogentod einer Tochter, das Gespräch in der Selbsthilfegruppe...). Auch dieses führte nicht gerade zu einem Spannungsbogen. Der sogenannte rote Faden, wurde leider sehr oft unterbrochen. Vielmehr Wert wurde auf die Krankheiten gelegt. (Schizophrenie, Leukämie etc.) Das war mir doch etwas zu viel des Guten.

Fazit:

Die Thematik selbst ist erschreckend, widerlich, ekelhaft: Kindesmissbrauch. Ein Thema, das es wohl schon immer gab (hinter vorgehaltener Hand), aber leider auch weiterhin geben wird. Aber weshalb hatte der Autor es dann nicht als Hauptthema gewählt? Vordergründig ging es doch viel mehr um Leukämie. Welche Frau als nächste mit ihm ins Bett steigt und private Probleme. Der Krimianteil war leider zusammengefasst nur auf wenigen Seiten zu finden.

Der Teufel ist immer dort, wo du ihn am wenigsten vermutet hättest. (Seite 112)

Spannung: 📖 📖   Unterhaltung: 📖 📖 📖  Protagonist: 📖 📖 📖



Vielen Dank dem Autor für die interessante Idee des Krimis und Lovelybooks für die Durchführung der Leserunde. 
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog