**Buchrezension: "Der Fall Sture Bergwall" von Dan Josefsson**
Weshalb gesteht man einen Mord, den man nicht begangen hat? Das ist die spannende Frage, die Dan Josefsson in seinem aufschlussreichen Buch zu beantworten versucht. Mit einem tiefen Einblick in die moderne Psychoanalyse und einer Fülle an Recherche bringt uns der Autor den bizarre Fall von Sture Bergwall näher, einem Mann, der das System herausforderte und gleichzeitig die Vorstellung von Wahrheit und Glaubwürdigkeit auf den Kopf stellte.
Josefsson hat sich durch unzählige Vernehmungsprotokolle, Interviews und journalistische Berichte gearbeitet, und genau das merkt man dem Buch auch an. Die Lektüre ist spannend, aber leider manchmal auch ganz schön zäh. Besonders die Abschnitte über die Psychoanalytikerin Margit Norell können sich ziehen wie Kaugummi. Manchmal wünscht man sich, einfach drüber hinwegzulesen – doch die Angst, wichtige Informationen zu verpassen, hält einen zurück.
Die zentrale Erkenntnis des Buches ist verblüffend: Es ist erschreckend einfach, Menschen von bestimmten Sachverhalten zu überzeugen. Und umso schwieriger, sie von ihren Überzeugungen abzubringen. Josefssons Buch ist nicht nur für Krimi-Fans, sondern auch für alle, die sich für Psychoanalyse und -therapie interessieren, eine durchaus lohnenswerte Lektüre.
.png)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen