Dienstag, 22. August 2017

Rezension Nr. 95/2017: Die sieben Farben des Blutes

   



 

    Titel: Die 7 Farben des Blutes
    Autor: Uwe Wilhelm

    erschienen im Blanvalet Verlag
    Ausgabe: Klappenbroschur
    Genre: Thriller
    Seitenzahl: 480 Seiten 
    ISBN 978-3-7341-0344-5   
    Erscheinung: 17. Juli 2017

    Leseprobe: klick

 





Unter der Oberfläche der Werbeplakate liegen die Leichen von Millionen Frauen... (Seite 110)
Nicht unbedingt meine Lieblingsstelle im Buch, aber ein Zitat, in dem sehr viel Wahrheit steckt.



Klappentext:

Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben „Heilungen“ erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit – nur nicht für Staatsanwältin Helena Faber, die davon überzeugt ist, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht „geheilt“ wurde.


Vor drei Tagen habe ich Tara Berka, Herausgeberin der Zeitschrift MINNA, von ihrem lächerlichen Dasein erlöst. (1. Satz - Seite 5)


Mein Leseeindruck:

Gleich zu Beginn lässt der Autor seinen Leser ohne viel zu verraten den Nervenkitzel spüren. Durch eine sehr interessante Ausführung zur Farbe "Rot" habe ich mir selbst mal die Frage gestellt, weshalb ein Herz, das Liebe signalisiert, rot dargestellt ist, aber auch Gewalt, Hass etc. in rot dargestellt wird. Hat diese Farbgebung Einfluss auf die Menschen? Wie wird dieser Einfluss von den Medien verstärkt? Mich haben die Ausführungen des Autors jedenfalls sehr zum Nachdenken animiert.
Aber zurück zum Mord bzw. den sieben unterschiedlichen Rottönen.
Sehr detailliert beschreibt der Autor die einzelnen Morde. Beim Lesen der einzelnen Szenen überkamen mich Gefühle wie Ekel, Angst und Fassungslosigkeit.  Schreckliche Bilder wurden vor meinem geistigen Auge projiziert. Aber genau das machte einen Thriller für mich aus.

Das gesamte Konstrukt des Thrillers war spannend, Actionreich und mit dem nötigen Nervenkitzel ausgestattet. Hier hatte sich der Autor wirklich sehr viel Mühe gegeben, den Leser gedanklich komplett in Dionysos Welt eintauchen zu lassen.

Sehr interessant fand ich die Ausführungen des Autors zum Thema: Trinkgeld. Ich habe mich auch schon oft gefragt, welchen Sinn ein Trinkgeld hat. Auf Seite 122 fühlte ich meine Fragen nun bestätigt.

Jedoch gab es für mich auch Kritikpunkte.
Da wäre z.B. die Person Dionysos, die oftmals Ähnlichkeit mit Hannibal Lector (bekannt aus "Das Schweigen der Lämmer) hat. Ob das vom Autor beabsichtigt wurde?

Schwer nachvollziehbar war für mich, dass die Hauptprotagonistin nach ihrer äußerst schmerzhaften Folter des Unterleib, gleich wieder Sex haben wollte bzw. konnte. Es wurde immer wieder beschrieben, welche starken Schmerzen und Krämpfe sie nach der Folter hatte. Und dann hemmungsloser Sex? Hm... sehr fragwürdig. (vgl. Seite 171)

Desweiteren waren mir die Ort- bzw. Straßenbezeichnungen doch etwas zu ausführlich. Für Berliner bestimmt interessant, für den Rest der Nation wohl eher etwas langatmig. Oder waren es nur Lückenfüller um auf einen bestimmte Seitenzahl zu kommen?
Aber nicht nur die Straßennamen haben meinen Lesefluß gebremst, auch die Fremdworte (oder waren es Fachbegriffe) haben nicht unbedingt zur Spannung beigetragen.

Fazit:

Ein toller, interessanter Thriller mit klitzekleinen Kritikpunkten.

Spannung: 📖 📖 📖 📖   Unterhaltung: 📖 📖 📖 📖   Protagonist: 📖 📖 📖 📖



Vielen Dank dem Autor für die interessante Idee des Thrillers, dem Blanvalet Verlag und "Was liest du" für das Rezensionsexemplar.
 
 
 © Diana Jacoby für Chattys Bücherblog