Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension zu: Die Pestmagd von Brigitte Riebe

Bildrechte: Diana Verlag


    Daten zum Buch:

    Titel: Die Pestmagd
    Reihe: Pestmagd - Band 1
    Autor: Brigitte Riebe
    erschienen im Diana Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch 
    Genre: Historischer Roman
    Seitenzahl: 544 Seiten 
    ISBN 978-3-453-35544-6  
    Erscheinung: 14. Oktober 2013
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Warum ich DIESES Buch unbedingt lesen wollte:

Als großer und langjähriger Fan historischer Romane mit Schauplatz Deutschland, habe ich dieses Buch entdeckt. Da ich die Autorin bislang nicht kannte, war ich gespannt, was mich mit diesem Titel erwarten würde.

Klappentext:

Köln, 1540: Die junge Witwe Johanna Arnheim wird von ihrem eifersüchtigen Schwager verleumdet und landet wegen Gattenmordes im Frankenturm. Der Tod scheint ihr gewiss – doch der Arzt Vincent erwirkt einen Freispruch unter der Bedingung, dass sie sich als Magd im Pesthaus verdingt. Der „Schwarze Tod“ wütet unerbittlich in der Stadt, und so ist Johanna, die bereits die Beulenpest überlebt hat, eine große Hilfe. Bis ein düsteres Geheimnis ihrer Vergangenheit sie einholt und alles zu zerstören droht – auch ihre zarte Liebe zu Vincent.

Mein Leseeindruck:

Obwohl der Prolog in Freiburg um 1525 spielt, dreht sich die Hauptgeschichte um Köln ca. 1540.
Erst später wird es deutlich, weshalb dieser Zeit- und Ortssprung notwendig ist.

Die Autorin hat es wirklich geschafft, auf den fast 540 Seiten eine Stimmung zu erzeugen, in der man sich nicht als Leser, sondern als Zuschauer wähnt. Durch die Protagonisten erlebt man mit, wie schwer es zu damaliger Zeit gewesen sein muss, als Frau ihren Mann zu stehen. Nicht nur, dass ihr Mann gestorben ist und sie um das Überleben kämpfen muss. Nein, immer wieder wird sie auch von ihrer Vergangenheit eingeholt. Eine Vergangenheit, die vielen Frauen beschieden war.
Aber auch die Rolle des männlichen Protagonisten de Vries erscheint mir sehr ausgeklügelt. Beide Rollen harmonieren perfekt und lassen das Bild erst richtig lebendig wirken.

Sehr gut haben mir die vielen kleinen, sehr gut recherchierten Details gefallen. Sei es die ausgefallenen und nicht ganz so bekannten Foltermethoden (z.B.Spreizbirne) oder die Kleidung.

Voller Erstaunen habe ich zum ersten Mal von der Siechenbande gehört bzw. gelesen. Die Bandenmitglieder brachen in die Häuser der Pestkranken ein und klauten alles was nicht niet- und nagelfest ist. Aber viel schlimmer ist, dass sie mit pestverseuchter Wäsche in "gesunde" Häuser legten. Warum... kann sich wohl jeder denken.


Fazit:

Mir hat die Geschichte um Johanna sehr gut gefallen. Einerseits wird sie als eine starke, toughe Frau dargestellt, aber andererseits spürt man, in welcher misslichen Lage sie sich befindet und wie sie stets bemüht ist, ihr Leben in Griff zu kriegen.

Da es mittlerweile eine Fortsetzung gibt, möchte ich diese unbedingt lesen.


© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog