Samstag, 5. November 2016

Rezension zu: Die Siechenmagd von Ursula Neeb

Bildrechte: Gmeiner Verlag

Daten zum Buch:

Titel: Die Siechenmagd
Reihe: -
Autor: Ursula Neeb
erschienen im Gmeiner Verlag
Ausgabe: ebook 
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 406 Seiten 
ASIN: B01C34V1JY
Erscheinung: 2. März 2016
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Warum ich unbedingt DIESES Buch lesen wollte:

Da ich fast alle Bücher der Autorin regelrecht verschlungen habe, ist mir die Neuauflage des Gmeiner Verlages in die Finger gekommen. Der Titel hatte mich sehr neugierig gemacht. Verbindet man doch im allgemeinen das Siechen mit einer schlimmen Krankheit. sich neugierig, was sich hinter der Geschichte verbergen würde.


Der erste Satz:

Am frühen Morgen des 22. März im Jahre des Herrn 1506 verließ der Kaufmann Ulrich Neuhaus sein Stadthaus in der Neustadt und lief die Alte Kräme hinunter in Richtung Altstadt.




Klappentext:

Ursula Neebs Roman lässt das spätmittelalterliche Frankfurt in all seinen Facetten auferstehen. Mäu, die Tochter des städtischen Abdeckers, sucht in der Stadt am Main ihr Lebensglück - doch im ständisch geprägten Frankfurt bleibt für sie nur ein Platz am Rande der Gesellschaft. Als sie sich auflehnt, zerbricht sie fast an den Regeln und Gesetzen einer Welt, die für Freiheit und Liebe keinen Platz hat.


Mein Leseeindruck:

Schon die ersten Seiten haben mich gefangen genommen. Durch die sehr direkte Sprache mit kleinen dialektischen Einwürfen, taucht der Leser direkt in das Jahr 1506 in Frankfurt ein. Man fühlt sich sofort mittendrin und liest nicht nur, nein, man empfindet dieses Buch.
Schnell wird auch klar, dass die Autorin dem Leser die Welt der Unehrbaren näher bringen möchte. Dieses verpackt sie sehr beeindruckend in die Geschichte der 15jährigen Mäu.

Erschreckend liest man, wie die Menschen ihre Rechte verloren, aus der Stadt und Gesellschaft verbannt wurden, und das nur, weil sie krank waren. Klar, sie stellten eine Gefahr für die anderen Bewohner dar, aber die Vorgehensweise war alles andere als nett und menschlich.
Schon die Untersuchung vor dem Ausschuss fand ich entwürdigend. Gut, dass sich diesbezüglich die Zeit doch etwas geändert hat.

Auch die Gedanken und Gefühle der 15jährigen werden sehr gut in Worte gefasst. Allerdings war sie mir stellenweise etwas zu aufmüpfig und Vorlauf, ihren Eltern gegenüber, die hier auch eine sehr große Schmerzgrenze zeigten, da keine bzw. kaum Grenzen aufgewiesen wurde. Und das wohlgemerkt, in 1506.

Stellenweise hatte ich auch den Eindruck, als das die Autorin nicht so recht wusste, ob sie die Protagonisten eher kindlich oder bereits erwachsen wirken lassen sollte. Ich meine jedoch, dass zu damaliger Zeit ein Mädchen in diesem Alter schon sehr erwachsen wirkte. Schließlich war sie im heiratsfähigen Alter.


Fazit:

Bis auf ein paar Kleinigkeiten (siehe oben) hat mir dieser historische Roman sehr gut gefallen. An manchen Stellen mag er zwar etwas holprig wirken, dennoch lässt es sich sehr gut lesen. Und durch die dialektischen Sätze wirkt alles ziemlich authentisch. 


Lieblingszitate/ interessante und bemerkenswerte Textstellen:

Da ich das ebook gelesen habe, kann ich zu den Seiten leider keine Angaben machen.

- [...] der Bettlersegen schafft einen Platz im Himmelreich für den Mildtätigen

- Die Menschen lernt man am besten kennen, wenn es einem schlecht ging [...] 


© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog
 

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