Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension zu: Die Toten vom Jakobsweg - ein historischer Roman

 



Daten zum Buch:
   
 
    Titel: Die Toten vom Jakobsweg
    Reihe: -
    Autor: Vlastimil Vondruska
    erschienen im Bastei Lübbe Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch 
    Genre: Historischer Roman
    Seitenzahl: 383 Seiten 
    ISBN 978-3-404-17433-1 
    Erscheinung: 11. November 2016
    hier geht es zur Verlagsseite - klick
 
 
 
 
 
 
"Gedenke, Mensch, eiliges Gerenne gebühret nur dem Vieh. "(Prech zu Ulrich - Seite 85)
 
Warum ich DIESES Buch unbedingt lesen wollte:
 
Als großer Freund historischer Romane ist mir dieses Buch auf der Verlagsseite sofort ins Auge gefallen. Mein Eyecatcher, sozusagen. Schon der Titel hatte mich sehr neugierig gemacht. Deshalb war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.
 Klappentext:
 
Prag im 13. Jahrhundert: Ulrich von Kulm, königlicher Prokurator, hat wahrlich Wichtigeres zu tun, als nach Santiago de Compostela zu pilgern. Doch der König besteht darauf, dass er die ehrwürdige Äbtissin Agnes von Böhmen dorthin begleitet. Ursprünglich hätten drei Ritter die Pilgergruppe anführen sollen, aber diese wurden einer nach dem anderen ermordet. Auch unterwegs reißt die rätselhafte Mordserie nicht ab. Die vermeintliche Wallfahrt scheint alles andere als religiöse Motive zu verfolgen. Doch was hofft die Äbtissin in Santiago zu finden? Und warum geht einer der Pilger über Leichen, um zu verhindern, dass sie ihr Ziel erreicht?
Der erste Fall für Ritter Ulrich von Kulm, der sich immer und überall für Gerechtigkeit einsetzt, und seinen lebenslustigen Knappen Otto, der Informationen am liebsten von hübschen Mädchen beschafft.
 
 [...] merke dir, dass jemand, der für Geld Verbrechen begeht, niemals so gefährlich ist wie ein Fanatiker, der es im Namen einer höheren Mission tut. (Ulrich zu Lucia - Seite 133)
 
Mein Leseeindruck:
 
Schon bei dem sehr langen und ausführlichen Prolog wird klar, dass es sich um kein Buch handelt, dass man mal eben so nebenbei liest. Dieses Buch fordert volle Konzentration, da sehr viele Namen und Geschehnisse aufgezählt bzw. in die Geschichte gepackt wurden.

Als ich mich dann durch die vielen Namen gekämpft hatte, fielen zwei ganz besondere Protagonisten auf. Ulrich, als Ritter und Otto, der Knappe passen hervorragend zueinander. Man könnte sagen, die beiden sind ein eingespieltes Team. Allein ihre Frauengeschichten machen die beiden schon zu Verschworenen. Durch diese beiden Protagonisten wird bzw. wirkt die Geschichte erst lebendig und lässt die unzähligen Randgeschehnisse und Fakten etwas erträglicher werden.

Der Leser lernt bei diesem Roman sehr viel über die Bibel, das christliche Denken und das Bestreben der Tempelritter, aber auch über Heilige. Ihr sehr selbst....viiiel Randgeschehen.

Aber eines muss ich trotzdem sagen: Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend. Hat jedoch ein eher offenes Ende, so dass die Möglichkeit auf einen Nachfolgeband besteht.

Fazit:

Es handelt sich hierbei um keinen normalen historischen Roman, der den Leser mal eben in die Vergangenheit abtauchen lässt. Nein, es ist vielmehr ein sehr tiefsinniger und hintergründiger Roman, der stellenweise auch einem Sachbuch gleicht.