Mittwoch, 30. November 2016

Rezension zu: Mensch Mayer - die Romanbiografie eines wüttembergischen Erfinders

Bildrechte: Silberburg Verlag


    Daten zum Buch:

    Titel: Mensch Mayer
    Reihe: -
    Autor: Eberhard Neubronner
    erschienen im Silberburg Verlag
    Ausgabe: Hardcover 
    Genre: Romanbiografie
    Seitenzahl: 296 Seiten 
    ISBN 978-3-8425-1485-0 
    Erscheinung: 10. Oktober 2016
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Warum ich DIESES Buch unbedingt lesen wollte:

Wer kennt ihn nicht, den Anspruch: Mensch Mayer?! Aber woher kommt dieser Spruch? Wer war Mayer? Und weshalb ist dieser Ausspruch so geläufig?
In der vorliegenden Romanbiografie wird es erklärt.

Klappentext:

Er war dreimal verheiratet, zeugte zweiundzwanzig Kinder, erfand nach etlichen Experimenten die Streichhölzer und hinterließ ein in feiner Kurrentschrift verfasstes Tagebuch. Johann Samson Wilhelm Mayer (1787–1852), Kupferschmied aus Esslingen am Neckar, hat sein Leben lang getüftelt. Die Menschheit verdankt ihm die Gewürztinte; Frostbalsam und Stiefelfett entstanden bei seinen Experimenten ebenso wie Lustfeuerwerke oder probate Mittelchen gegen allerlei Schmerzen.
»Mensch Mayer!« Dieser respektvolle Ausruf gilt einem Mann, der sich gegen widrige Umstände zu behaupten wusste. Eberhard Neubronner ermöglicht ebenso farbige wie spannende Einblicke in das Milieu der Romantik und des Biedermeier bis hin zu Vormärz und Industrialisierung in Württemberg. Er rückt den talentierten Kupferschmied romanhaft ins Licht, das Ganze eingebettet in historische Texte, manchmal erheiternd, nicht selten anrührend, zuweilen aber auch durchaus beklemmend. Ein besonderes Leseerlebnis!


Mein Leseeindruck:

Schon beim Aufschlagen blickt man auf eine wunderschöne Zeichnung von Esslingen. Auch die nachfolgenden Fotografien und Abbildungen wurden meines Erachtens mit großer Sorgfalt ausgewählt. Sie verdeutlichen sehr eindrucksvoll den Weg, die Stationen und der Erfindergeist des Württemberger "Käpsele" Johann Samson Wilhelm Mayer. 

Der Leser erfährt mit sehr eindrucksvollen Wörtern, dass Johann, genannt Samson oder Sami, ein sehr fleißiger und wissbegieriger Schüler war. Alles wollte er wissen und genau untersuchen, dann jedoch machte ihm sein Vater einen Teich durch die Rechnung. Er sollte ihm künftig als Kupferschmied zur Hand gehen und dafür bräuchte er die Schule nicht. Hier war das Handwerk gefragt. Und so musste er als Zunftmitglied auf Wanderschaft und seinen eigenen Weg gehen. Aber bald stellt er fest, dass er mehr will. Und sein Leben wird spektakulär!

Der Autor beschreibt sehr anschaulich, bedingt auch durch die dialektischen Sätze, das Leben in der Zeit 1787-1852, samt allen Höhen und Tiefen in der Gesellschaft. Auch die Randgeschehnisse wurden sehr interessant dargestellt, so dass es ein Genuss war, dieses Buch zu lesen. Keine trockene Biografie wie man sie aus dem Deutschunterricht kennt. Sondern ein sehr unterhaltsamer Roman, der das Leben und Wirken beschreibt. Johann Samson Wilhelm Mayer wurde mir während des Lesens immer sympathischer und seine Gedanken ließen sich gut nachvollziehen. Beim Anblick des Totenscheinabdruckes verspürte ich einen richtigen Kloß im Magen, wohl weil mir die Person inzwischen so vertraut war.

Fazit:

Der Preis von 19,90 € für die 295 Seiten ist meines Erachtens absolut gerechtfertigt. Es handelt sich um eine Romanbiografie, die unterhaltsam aber auch beklemmend verläuft. Man wird dieses Buch wohl kaum ohne einen Seufzer zur Seite legen.
Bitte mehr davon, Silberburg Verlag!

Vielen Dank dem Silberburg Verlag für das Rezensionsexemplar.

© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog