Freitag, 25. November 2016

Rezension zu: Henkersmarie von Astrid Fritz

Bildrechte: Rowohlt Verlag

 

Daten zum Buch:

Titel: Henkersmarie
Reihe: -
Autor: Astrid Fritz
erschienen im rororo Rowohlt Verlag
Ausgabe: Taschenbuch 
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 512 Seiten 
ISBN 978-3499268403
Erscheinung: 25. November 2016
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Warum ich DIESES Buch unbedingt lesen wollte:

Schon lange bin ich begeisterte Historienleserin und gerade das Thema Henker/Scharfrichter hat es mir sehr angetan. Mit großem Interesse lese ich vom Leben und Wirken der Scharfrichter, da es einfach sehr wenig Zeugnisse aus damaliger Zeit gibt. Bedingt durch Brände oder auch einfach, weil der Beruf als unehrbar galt, sind die Informationen über diesen Berufsstand leider sehr rar.


"Kurze Not, sanfter Tod. Gnade bei Gott." (Leitspruch der Scharfrichter)

Zum Inhalt:

Maria wird unfreiwillig, aber doch auch neugierig, Zeugin, wie ihr Vater einen Richtspruch an einem Delinquenten durchführt. Maria kann es mit ihren noch kindlichen Jahren kaum fassen, dass der Vater, den sie über alles liebt, zu solch grausamen Taten fähig ist. Jedoch weiß sie, dass es sein Beruf ist. Denn er ist Scharfrichters.
Kurze Zeit später zieht die Familie um. Ob dieser überstürzte Umzug etwas mit dem schwarz gekleideten Unbekannten zu tun hatte, dessen Auftauchen ihre Eltern so aus der Fassung gebracht hatte.
Schon bald treffen sie auf Caspar von Teningen, der auf Wanderschaft ist und Unterschlupf sucht. Auch sein Vater ist Scharfrichter. Maria freundet sich mit Caspar an. Als die Jahre vergehen, und Caspar sie heiraten möchte, steht sie vor der großen Frage, ob sie weiterhin in der Scharfrichters Dynastie leben möchte. Sollten ihre Kinder wirklich das Gleiche erleben und unter den Verspätungen und Ausgrenzungen leiden, so wie sie selbst als Kind.


Mein Leseeindruck:

Bereits mit dem Prolog hatte mich die Autorin fest in der Geschichte gefangen. Spannend und ereignisreich erlebt der Leser das Heranwachsen von Maria. Die Ängste des Mädchens, sowie die Gefühle der Ausgrenzung von den anderen Kindern lassen sich sehr gut nachvollziehen und klingen absolut glaubwürdig. Die Arbeit des Scharfrichter mit all seinen Aufgaben wird sehr detailliert beschrieben, jedoch nie blutrünstig. Durch die beschriebenen Umzüge in andere Städte lässt die Autorin den Leser auch noch etwas an der Schönheit der Natur teilhaben. Aber nicht nur die Natur, auch die Örtlichkeiten, wie z.B. die Wohnhäuser werden sehr gut beschrieben, so dass man sich beim Lesen fast ein bisschen als Zuschauer fühlt. Zuschauer eines Historienfilms.
Leider konnte der Spannungsbogen nicht bis zum Schluss aufrecht gehalten werden. Viel zu schnell und zu einfach wird das Ende beschrieben, so dass ich am Schluss etwas enttäuscht zurück geblieben bin.

Fazit:

Ein tolles, spannendes und unterhaltsames Buch, das in den letzten Seiten leider etwas abflaut.  Deshalb vergebe ich auch nur 4/5 Sternen.


© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog