Dienstag, 30. Mai 2017

Rezension Nr. 55/2017: Die Morde von Morcone - Band 1 der Toskana Krimi Reihe

 
 

 
Coverrechte beim Verlag
   

    Titel: Die Morde von Morcone
    Reihe: Band 1 der Toskana Krimi Reihe
    Autor: Stefan Ulrich
    erschienen im Headroom Sound Production Verlag
    Genre: Krimi

    gelesen von Philipp Schepmann
    Hörbuch mit 5 CDs - ca. 6,5 Std.
    ISBN 9783942175821 
    Erscheinung: 8. Mai 2017
   
 
 
 
 
 
 
Warum ich unbedingt DIESES Buch lesen bzw. hören wollte:

Es war wohl das Cover, das mich hier angezogen hatte. Und einem Krimi kann ich nur sehr selten widerstehen.



Klappentext:

Robert Lichtenwald, Anwalt aus München, flieht vor einer Lebenskrise in sein Rustico in der Maremma im stillen Süden der Toskana. Hier, in den Hügeln um den Ort Morcone, möchte er zur Ruhe kommen und sein Leben überdenken. Doch bald nach seiner Ankunft entdeckt er an einer Schwefelquelle die Leiche eines Afrikaners. Auf der Brust des Toten ist ein Schriftzeichen eingeritzt. Als kurz darauf zwei weitere Menschen qualvoll sterben, wird Lichtenwald gegen seinen Willen in die Ermittlungen hineingezogen. Gemeinsam mit der eigensinnigen Lokalreporterin Giada Bianchi versucht er, den Mörder zu entlarven, die Verbrechen zu stoppen – und so auch sein eigenes Leben zu retten.


Mein Leseeindruck [Achtung Spoiler]:

Das Cover finde ich schon sehr spannend. Das gelbe Häuschen, inmitten der Bäume. Ja, das hat schon was. Es strahlt eine gewisse Ruhe aus, aber in Zusammenhang mit einer kriminalistischem Handlung auf jeden Fall ein Eyecatcher. Kurzum: Diese trügerische Ruhe hatte mich neugierig gemacht.

Da der erste Satz (laut Forschung) über Gefallen oder Missfallen entscheidet, möchte ich ihn nicht unerwähnt lassen: Es konnte kein Zufall sein.

Kommen wir zum Inhalt: Der Prolog klingt spannend und macht neugierig. Wer war "ER"? Und warum diese Frau?
Schnell war mir klar, dass ich unbedingt wissen wollte, was geschehen war. Also gab es kein Halten, ich MUSSTE unbedingt mehr wissen.
Und so lernte ich auch gleich Robert Lichtenwald kennen. Eine Lebenskrise veranlasste ihn, eine Auszeit zu nehmen. Diese Auszeit findet in einem kleinen Häuschen in der Toskana statt. Doch leider wird die Ruhe und Idylle gestört, in dem er eine Leiche findet. Eine Frau... dachte er. Nein, die Leiche hatte einen offen liegenden Penis und eingeritzte Schriftzeichen auf der Brust.

🔪 🔪 🔪 🔪 🔪

Dem Autor ist es durch seinen sehr spannenden Schreibstil und dem Sprecher durch seine warme, weiche Stimme gelungen, mich von der ersten Zeile bzw. dem ersten Wort an, für sich zu gewinnen. Kaum zu glauben, dass es sich um sein Krimi-Debüt handelt. Ich wollte einfach immer mehr wissen. Die Landschaft wurde sehr bildhaft und durchaus anregend dargestellt, so dass es mir sehr leicht fiel, mich in die richtige Stimmung zu versetzen. Ja, manchmal konnte ich nahezu die toskanische Abendluft einatmen, so sehr ließ mich die Geschichte eintauchen. Obwohl es sich ja um einen Krimi handelt, harren ich das Gefühl, die Abendsonne auf der Haut zu spüren und die Bienen summen zu hören. Tja, was ein eingänglicher Schreibstil alles mit dem Leser anstellen kann.
Sehr gut hat mir auch gefallen, dass der Autor so ganz ohne Schnörkel auf die kriminalistische Handlung zu sprechen kommt, Gerade noch Idylle, und schon...schwupps... ein Toter.
Aber leider blieb das nicht durchgängig so. Es war ein ständiges Auf und Ab an Spannung, ein Spannungsbogen war für mich nicht ersichtlich.
Ein wenig Lokalkolorit kann ja nicht schaden, allerdings haben mich die vielen italienischen Sätzen ohne Übersetzungen schon etwas gestört.

Ganz klar war mir auch die Position des Hauptprotagonisten Lichtenwalds nicht. Anfangs deutlich vorgehoben, dann wurde die Person immer blasser und wurde fast schon nebensächlich. Dafür tritt dann jedoch Gaida weiter in den Vordergrund.  Ihre teilweise doch recht forscher Art lässt Robert neben sich noch unscheinbarer wirken.
Als Ermittlerpaar scheinen die beiden jedoch gut zusammen zu passen.

Fazit:

Leider konnte mich am Ende der Krimi nicht vollständig begeistern. Mit den landschaftlichen Beschreibungen hatte sich der Autor wirklich sehr viel Mühe gegeben, jedoch fand ich den Krimianteil etwas zu gering. Oder anders ausgedrückt: Für einen Krimi fehlte mir der durchgängige Spannungsbogen.



Vielen Dank dem Verlag für das Rezensionsexemplar

 
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog