Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension Nr. 63/2017: Ich bin nicht süss - Band 1 der Online Oma Reihe

 




    Titel: Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker
    Reihe: Die Online-Oma - Band 1   
    Autor: Renate Bergmann
    erschienen im Rowohlt Verlag
    Ausgabe: Taschenbuch
    Genre: Heiteres
    Seitenzahl:  224
    ISBN 9783499236907 
    Erscheinung: 1. Juli 2014





 

 
 
Warum ich unbedingt DIESES Buch lesen wollte:
Sehr oft hatte ich schon von der Online-Oma gehört bzw. gelesen. Nun wollte ich doch auch einfach mal wissen, ob die wirklich so witzig ist.


 
Klappentext:

Mit so viel Biss hat noch niemand über Zahnlosigkeit geschrieben. 'Deutschlands bekannteste Twitter-Omi.' (Bild) hat Zucker und 'Ossiporose', schläft unter einer Heizdecke und hat 'den Krieg nicht überlebt, um Kunstfleisch aus Soja zu essen.': Renate Bergmann 82, aus Berlin. Ihre Männer liegen in Berlin auf vier Friedhöfe verteilt, das Gießen dauert immer einen halben Tag. Und à propos tot, Renate und ihre beste Freundin Gertrud haben ein schönes Hobby: Die beiden suchen sich in der Zeitung eine nette Beerdigung raus, ziehen was Schwarzes an, und dann geht es los. Zwei alte Damen mehr oder weniger am Buffet – da schaut keiner so genau hin. Denn schließlich: 'Die meisten denken ich bin eine süße alte Omi. Aber ich kann auch anders.' In Episoden schreibt Renate über ihre Abenteuer: Ein großartiges Spiel zwischen Rentnerdasein und digitaler Welt.
 
Mein Leseeindruck [Achtung Spoiler]:
Schon oft habe ich von Leseratten den Begriff "Online-Oma" in Verbindung mit humorvollen Romanen gehört bzw. gelesen. Nun durfte ich, aufgrund einer Wanderbuchrunde, selbst in den Genuss der Dame kommen.

"Ich habe nicht den Krieg überlebt, um Kunstfleisch aus Soja zu essen." (Seite 67)

Schon der Anblick des Covers brachte mich zum Schmunzeln, da mich einer dieser beiden Damen sehr an meine .... ach, lassen wir das lieber. 😃

So lernte ich also mit den ersten Zeilen Renate kennen. Renate Bergmann, 82 Jahre, viermal verheiratet und genauso oft verwitwet. Renate zählt trotz ihres Alters aber noch lange nicht zum alten Eisen, auch wenn sie inzwischen unter Ossiporose leidet. Sehr interessiert entdeckt sie die Welt von Fässbuck und Zwitter.
Aber auch das Einkaufszänter hat es ihr angetan.

Auf sehr humorvolle Art, wird dem Leser das Leben einer betagten aber sehr günstigen und agilen Dame näher gebracht.

Ich finde es sehr beeindruckend, wenn sich die ältere Generation mit dem "neumodischen Kram" beschäftigen, da wir heute in einer sehr schnell ledigen Zeit leben und uns von der Außenwelt nicht abschätzen dürfen. Oder wie sagt man auch so schön: Stillstand wäre Rückschritt.
So blicke ich voller Begeisterung auf Renate.

Manche Sprüche sind zwar sehr deftig, aber auch prägnant: "ich habe die Mauern, vier Ehemänner und 217 Folgen Denver Clan überlebt, und nun regiert eine FDJ-Sekretärin Deutschland - es kommt nicht immer alles, wie man es erwartet und sich vorstellt." (Seite 32)

Abschließend kann ich sagen, dass sich Renate langsam und heimlich in mein Leserherz geschlichen hat und ich unbedingt mehr von und mit ihr lesen möchte.
 
 
 
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog