Sonntag, 6. März 2016

Rezension: Winteräpfel - ein historischer Roman


- Klappentext -

Ein Telegramm ihres Bruders Carl, Pächter des »Feldberger Hofs«, ruft Fanny Mayer im Februar 1881 von ihrer Dienststelle im vornehmen Basler Haus auf den rauen Feldberg. Dort oben erwarten sie ein mutterloses Kind, ein angeschlagener Bruder, ein verlassenes Gasthaus und ein paar alte Pfannen. Und dieser elende Winter, der sie wie lebendig begraben von der Welt trennt. Bis eines Abends ein seltsamer Gast bei ihr anklopft …
Fanny Mayer fügt sich ihrem Schicksal, wendet es zum Besten und wird als »Feldbergmutter« weit über die Landesgrenzen hinaus zum Sinnbild badischer Gastlichkeit. Ihrer Zeit immer einen ¬Gedankenschritt voraus, macht sie sich mit dem aufkommenden »Schneeschuhlauf« den Winter zum Freund und den »Feldberger Hof« zum Nabel der Welt.



- Mein Leseeindruck -

Das tolle Cover vermittelt direktes Winterfeeling. Man kann förmlich das Geräusch des fallenden Schnees vernehmen. Das Knirschen des Schnees unter den Kufen des Schlittens.... absolutes Winterfeeling.
Sofort verspürte ich den Drang in diesem Buch zu lesen, die Fotos zu betrachten und mich von der Autorin in eine Zeit versetzen zu lassen, in der zwar die erste Elektrische Eisenbahn gebaut, die erste Tollwut-Schutzimpfung entwickelt wurde und die Frauen um ihr Wahlrecht gekämpft haben, aber auch jene Zeit, in der es Menschen wie Fanny Mayer gab. Fanny, die völlig selbstlos ihr bisheriges Leben aufgegeben hatte, weil ihr Bruder plötzlich mit einem Neugeborenen alle da stand. Gerade war seine Frau gestorben, da zieht seine Schwester bei ihm ein. Eigentlich nur vorübergehend, so war zumindest der Plan. Aber man ahnt es schon. Das Leben geht manchmal seltsame Wege.

Durch Heidi Knoblichs einfühlsamen Schreibstil, erlebt der Leser, wie sich Fannys Welt langsam aber sicher verändert. Bedingt auch durch Armand Truffaut.  Mehr möchte ich jedoch nicht über Armand verraten. Fanny, die sehr geradlinig, aufrichtig und abergläubisch ist, erfährt auf dem Feldberger Hof, die andere Seite des Lebens. Aber durchaus ein Leben, in dem sie sich sehr wohl fühlt.

Neben der Geschichte, haben mir auch die Karten zu Beginn und zum Ende des Buches gefallen. Sie ermöglichen einen schönen Ausblick auf den Feldberg nebst den umliegenden Dörfern und Städten.
Auch das Portrait von Fanny Mayer finde ich sehr gelungen, da es geholfen hatte, mit die Protagonistin noch besser vorstellen zu können, obwohl die Autorin Fanny perfekt charakterisiert hat.

Die Worterklärungen im Glossar helfen zusätzlich, die Sprache besser zu verstehen. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich Begriffen mehrmals laut ausgesprochen habe um deren Bedeutung herauszufinden und die Sprache bzw. den Dialekt etwas nachzuahmen. (Hierzu verweise ich auf das Wort "Stierenaugen", dessen Bedeutung ich nur erahnen konnte, aber keine Sorge, auch dieser Begriff ist im Glossar erklärt)

Da mir das Buch als Jubiläumsausgabe "125 Jahre Skilauf im Schwarzwald" vorliegt, möchte ich auch unbedingt noch auf die tollen Fotos im Anhang verweisen. Wunderschöne Fotos wurden hier zur Verfügung gestellt.
 

- Fazit -

Ich habe wirklich jede Seite dieses Buches genossen. Die Worte waren sehr gefühlvoll gewählt, die Protagonisten beeindruckend charakterisiert, die Umgebung detailliert beschrieben.  Die ganze Geschichte wirkte so realistisch, das man fast schon den Duft der Äpfel riechen konnte.
Vielen Dank für die tollen Lesestunden

  
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Daten zum Buch:
  • Titel: Winteräpfel
  • Originaltitel: Winteräpfel - aus dem Leben der Feldbergmutter Fanny Mayer
  • Autor: Heidi Knoblich
  • Verlag: Siberburg Verlag
  • Ausgabe: gebundene Jubiläumsausgabe
  • Genre: Historischer Roman
  • Seitenzahl: 224 Seiten
  • ISBN: 978-3-8425-1425-6
  • Erscheinung: Oktober 2015
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