Mittwoch, 23. März 2016

Rezension: Liebe misst man nicht in Jahren

- Klappentext -

Als Fynn bei einem Unfall stirbt, ist seine Mutter Betty bis ins Mark getroffen. Fünf Jahre später kehrt sie in das Dorf ihrer Kindheit zurück, doch kaum ist sie in dem Mehrgenerationenhaus eines Vierseitenhofes eingezogen, ist es mit dem ruhigen Leben vorbei. Ihr Noch-Ehemann taucht auf und versucht, ihr wieder nahe zu sein. Als wäre dies nicht verwirrend genug, geschieht nicht weit entfernt ein Mord. Das Opfer ist ausgerechnet die Frau, die Fynns Unfall verursacht hat. Bei ihr findet die Polizei Briefe, die nur von Betty stammen können. Hat sie Fynns Tod gerächt? Ein Buch über das Leben, das Sterben und die Liebe.


- Mein Leseeindruck -

Ich kann meine Gefühle kaum in Worten fassen. Bewegend, schön, unterhaltsam, emotional, spannend.... all diese Worten beschreiben meiner Meinung nach dieses Buch.

Aber mal immer schön der Reihe nach.
Allein der Titel hatte mich schon sehr neugierig gemacht. Viel zu selten denkt man nämlich über die wirkliche Liebe nach. Dieses tiefe Gefühl der Verbundenheit, diese Einheit - all dieses drückt schon der Titel aus. Ich denke, das man Gefühle weder messen, zählen noch wiegen kann. Es ist einfach ganz tief in uns. Deshalb fand ich diesen Titel so passend, vor allem, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Die Autorin erzählt die Geschichte einer Frau, der Entsetzliches widerfahren ist. Ihr Sohn starb bei einem Unfall. Herzzerreissend werden die Gedanken und Gefühle der Protagonistin erzählt, bei der ich mich oft gefragt habe, ob es wirklich "nur" eine Geschichte ist. Kann sich wirklich jemand so genau in die Gefühlswelt eindenken und einleben, um daraus "nur" einen Roman zu schreiben? Steckt da vielleicht mehr dahinter. 

Hierzu möchte ich jedoch nicht näher darauf eingehen.
Sehr deutlich wird, in welchem Gefühlschaos sich, bedingt durch den Unfall, die ganze Familie befindet. Der Ehemann fühlt sich vernachlässigt, die Ehefrau unverstanden. Die Ehe zerbricht. Und auch der Bruder verliert den Boden unter den Füssen und fühlt sich schuldig. Keiner kann dem anderen helfen oder zur Seite stehen, da der Schmerzt und die Trauer sehr viel Raum einnehmen. Es gibt kein Miteinander mehr. Man könnte sagen, dass durch den Unfall, auch die Angehörigen ein Stückweit gestorben sind.
Nur sehr langsam gelingt es allen Beteiligten, wieder Fuß zu fassen. Jeder auf seine eigene Art.

Im vorliegenden Buch wird deutlich, welch unterschiedliche Arten von Liebe es gibt. Die Mutterliebe, als das tiefste Gefühl von allen. Die partnerschaftliche Liebe, die den Zusammenhalt und die Geborgenheit darstellt, aber auch die einfache Liebe den Mitmenschen gegenüber.

Mich hat dieses Buch tief berührt, so dass ich an manchen Stellen Tränen in den Augen hatte. Emotionen pur!

-FAZIT -
 

Lesern, die emotional berührt werden möchten, kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Ich kann mir nicht verteilen, dass es einen Leser geben wird, der das Buch einfach wieder zuklappt und zur Tagesordnung übergeht.
Bei mir nimmt dieses Buch einen ganz besonderen Stellenwert ein. Vielen Dank dafür, Britta.
 



  
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Daten zum Buch:
  • Titel: Liebe misst man nicht in Jahren
  • Originaltitel: Liebe misst man nicht in Jahren
  • Autor: Britta Orlowski
  • Verlag: Bookshouse Verlag
  • Ausgabe: ebook
  • Genre: Liebesroman
  • Seitenzahl: 385 Seiten
  • ISBN: 978 9963530984
  • Erscheinung: Okt. 2015
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