Freitag, 4. März 2016

Rezension: Der Löwe des Kaisers - ein historischer Roman von Cornelia Kempf

- Klappentext -

Ein mächtiger Herrscher.
Sein ehrgeizigster Herzog.
Und zwei Brüder zwischen den Fronten der Macht.
Die Zwillinge Einhard und Gunnar von Arsberg wachsen als junge Knappen auf der Burg Wallberg heran. Noch bevor sie in den Ritterstand erhoben werden, reissen die Ereignisse der Geschichte die Brüder auseinander: Gunnar folgt Kaiser Friedrich Barbarossa; Einhard wird Gefolgsmann des mächtigen Herzogs des Reiches: Heinrich dem Löwen. Auf dem Schlachtfeld stehen sich die beiden Brüder eines Tages gegenüber… Ein bildgewaltiges Ritterepos, das die Mosaiksteine der Geschichte aneinander fügt und mit einer Prise Autorenfreiheit verbindet.



- Mein Leseeindruck -

Als großer Historienfan war ich über den Umfang bzw. dem Gewicht des Buches doch etwas erschrocken. Puh, hoffentlich handelt es sich nicht nur um trockenes Geschichtswissen. Aber ...... weit gefehlt. Von trockenem Wissen - keine Spur. Ganz im Gegenteil, stellenweise musste ich sogar laut lachen. Aber mal schön der Reihe nach.

Die Autorin, Cornelia Kempf, beschreibt auf ca. 600 Seiten das Leben zweier Brüder in den Jahren 1152 - 1174.  Ein Leben, das durch die Kriegswirren und Machtkämpfe sehr geprägt ist. Aber auch ein Leben, wie es unterschiedlich nicht sein könnte. Unterschiedlich, aber doch wiederum sehr ähnlich.

Der Leser wird durch den ausgeprägten Schreibstil und die detaillierten Beschreibungen in die vergangene Zeit versetzt. Eine Zeit, die wir alle zwar aus dem Geschichtsunterricht kennen, jedoch erleben wir hier Einhard und Gunnar auf unserer gedanklichen Zeitreise. Durch diese beiden Protagonisten wird die Geschichte absolut realistisch und gefühlsnah. Beide Charakteren werden so detailliert beschrieben,  dass man mit ihnen fühlt. Kleine heitere Szenen schaffen es immer wieder, die trockenen Geschichtsdaten aufzulockern.

Gunnars freche Art hatte mir hier besonders gut gefallen.
(Beispiel Seite 23:  Nachdem sich alle Beteiligten über ihre Heldentaten unterhalten haben, steht Gunnar auf und  sagt " Meine Herren, ich werde jetzt in den Burghof gehen, meinen Mageninhalt ganz heldenhaft bis auf die Galle entleeren, einen ritterlichen Furz ablassen und dann schlafen gehen!")
Einhard zeigt sich stattdessen immer etwas besonnener. Zwillinge also, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Alles kommt so ein bisschen ins Schwanken, als Gunnar auf die Idee kommt, dass Einhard mit ihm die Rollen tauscht. Ab hier dürfte nun klar sein, dass es nicht gut gehen kann.

 Natürlich wird auch auf die geschichtlichen Details eingegangen, jedoch liegt der Fokus stets auf den Zwillingen. So ist ein trockenes Geschichtsbuch, wie anfänglich befürchtet, ist absolut nicht zu befürchten.

Sehr gut hat mir auch das Personenregister zu Beginn des Buches gefallen. Hier wird klar nach fiktiven und historischen Personen unterschieden.

Aber auch ein Glossar ist zu finden. Zwar sehr minimiert, jedoch wird in der Geschichte selbst auch auf diverse Begriffen eingegangen, so dass sich im angesprochenen Glossar nur vier Begriffe mit ihren Definitionen befinden.

- Fazit -

Selten habe ich mich bei einem historischen Roman so gut unterhalten. Ich war keineswegs von den Daten oder Ereignissen überfordert ... dank den heiteren Szenen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt, wie das Leben von Gunar und Einhard weiter geht.
 

© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Daten zum Buch:
  • Titel: Der Löwe des Königs - Der Aufstieg
  • Originaltitel: Der Löwe des Königs - Der Aufstieg
  • Autor: Cornelia Kempf
  • Verlag: Ka MeRu Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch
  • Genre: Historischer Roman
  • Seitenzahl: 600 Seiten
  • ISBN: 978-3-906739-47-2
  • Erscheinung: Oktober 2015
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