Freitag, 11. März 2016

Rezension: 1888


- Klappentext -

Wien, im Jahre 1888. Die Zeitungen berichten über die Toiletten der adeligen Damen und den Gesundheitszustand des Kaisers. Eine Prostituierte wird brutal ermordet, dann ein bekannter Arzt. Dessen Kollege Dr. Richard Rollet beteuert seine Unschuld. Und wird doch zum Tod durch den Strang verurteilt.


Nur Kriminalinspektor Johann de Vries glaubt nicht an die Schuld des angesehenen Mediziners und ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten in jenen Kreisen der Wiener Gesellschaft, die der Bezeichnung „die Besten“ nicht immer gerecht werden … Gut drei Jahrzehnte später finden wir uns in London wieder. Ein rätselhaftes Paket mit indischem Poststempel birgt die Tagebuchaufzeichnungen des mutmaßlichen Doppelmörders. Der Adressat, Georg, der in ziellosem Müßiggang die Schrecken des Großen Krieges zu vergessen sucht, taucht in das verworrene und bruchstückhafte Manuskript ein, um es zu einem Buch zu formen, um dem Leben und den Erlebnissen des Autors nachzuspüren und den grauenhaften Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Seine Recherchen führen ihn zurück an den Ursprung, nach Wien, wo die Zeit viele, jedoch nicht alle, Spuren ausgelöscht hat. Immer stärker verweben sich die Schicksale der beiden Männer, immer rauschhafter verstrickt sich Georg in die Welt des Richard Rollet, und immer deutlicher tritt aus den Nebeln der Vergangenheit eine Frau hervor: Maria, mit dem Engelsgesicht und den grünen Augen.


- Mein Leseeindruck -

Lange Zeit bin ich um dieses Buch herum geschlichen. Immer wieder habe ich es in die Hand genommen, den Klappentext gelesen und wieder zur Seite gelegt. Wieder in die Hand genommen, nochmals den Klappentext gelesen und mich entschieden, dieses Buch zu lesen. Ich weiß eigentlich noch immer nicht, was mich die ganze Zeit hatte zögern lassen. War es dieses düstere Cover? War es die Beschreibung? Ich weiß es nicht. Ich kann nur heute, nach dem Lesen des Buches sagen, ich bin froh, den Schritt des Kaufes getätigt zu haben.

Schon nach den ersten Seiten war klar, dass dieser Thriller irgendwie anders ist.
Die Sprache, die den Leser in eine Welt entführt, die man bislang nur aus alten Schwarz-Weiß-Filmen kannte. Anders aber auch, weil man nicht unterscheiden kann, ob es nun ein Thriller oder doch ein historischer Roman ist. Es ist vielmehr eine gut gelungene Mischung aus beiden Genre.

Die Protagonisten sind alle sehr gut dargestellt, die Geschichte selbst ist jedoch an manchen Stellen etwas undurchsichtig. Klar ist aber auch, dass man dieses Buch stets konzentriert lesen muss, da die Sprache schon anspruchsvoll ist. Unaufmerksames lesen bedeutet, ganze Kapitel zurückblättern zu müssen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Diese Konzentration permanent hochzuhalten ist nicht unbedingt entspannend. Deshalb ziehe ich in meiner Bewertung auch einen Stern ab.
 

- Fazit -



Bei diesem Buch handelt es sich keinesfalls um eine leichte Lektüre. Jedoch hat der Autor es geschafft, mich auf 417 Seiten gedanklich in eine Zeit reisen zu lassen, die zwar Ähnlichkeiten mit der heutigen Zeit hat, aber doch auch wieder ganz anders ist.
Ein Thriller, den ich lange Zeit nicht vergessen werde.

  
© Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Daten zum Buch:
  • Titel: 1888
  • Originaltitel:
  • Autor: Thomas Beckstedt
  • Verlag: Braumüller Verlag
  • Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
  • Genre: Historischer Roman/Thriller
  • Seitenzahl: 420 Seiten
  • ISBN: 978-3-99200-129-3
  • Erscheinung: 09.03.2015
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