Donnerstag, 5. November 2015

Rezension: Wer ruhig schlafen kann - ein berliner Krimi von Mechthild Lanfermann

Cover: btb Verlag
Wer ruhig schlafen kann
Band 3 der Reihe: Emma Vonderwehr und Edgar Blume
von Mechthild Lanfermann
erschienen 2014 als Taschenbuch mit 420 Seiten
ISBN: 9783442747245
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Klappentext:
 
Berlin im Hochsommer: Radioreporterin Emma Vonderwehr springt als Gerichtsreporterin ein und wieder meldet sich ihr kriminalistischer Instinkt. Auf dem Alexanderplatz ist das Straßenmädchen Hilke tot aufgefunden worden. War es wirklich der alte Paule, der zwar notorisch zu viel trinkt, aber eigentlich ganz friedlich scheint? Als Emma nach der Verhandlung mit der Freundin der Toten spricht, bemerkt sie, dass diese vor etwas Angst hat. Emma beginnt in der Berliner Straßenszene zu recherchieren und wird mit Gewalt und Drogen konfrontiert. Hilke soll sich prostituiert haben, doch Emma zweifelt an der Geschichte. Sie hat einen schrecklichen Verdacht … 
 
Mein Leseeindruck:
 
 Da es sich bei dem vorliegenden Buch bereits um den 3. Band der Ermittler Vonderwehr und Blume handelt, war ich anfangs etwas skeptisch, ob ich direkt in die Geschichte einsteigen konnte, oder ob man die Vorgänger atü benötigt. Aber nein, dieses Buch kann wunderbar selbstständig gelesen werden, da alle Charakteren ausreichend beschrieben werden. Rückblenden auf die Vergangenheit werden ausführlich erklärt, so dass keine Fragen offen bleiben.
Interessant fand, dass es sich bei den Ermittlern nicht nur um Kommissare handelt, sondern Emma Vonderwehr als Radioreporterin wiederum ein, für mich, ganz neues Genre bedient. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass sie Eine von uns wäre. Sehr menschliche Züge und absolut nachvollziehbare Handlungen. Kommissar Blume hingegen fand ich etwas blass. Ob das bei den Vorgänger auch schon so war? Ob es seine Rolle ist? Ich weiß es nicht. Hier hätte ich mir etwas mehr Elan, Power evtl. Wortwitz gewünscht. Etwas, mit dem er polarisiert.
Neu war für mich auch das Thema: Obdachlosigkeit. Klar, man kennt es - glaubt man zumindest. Aber wie schon im Buch steht: Wo fängt Obdachlosigkeit an? Weshalb wurde jemand obdachlos? Welche Schicksale stehen dahinter. Ein Thema, das mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat. Wie oft laufen wir an Obdachlosen vorbei, wenden uns ab, verwenden die Worten: Penner? Von der Gesellschaft ausgeschlossen bzw. ausgestoßen. Aber was steckt wirklich dahinter. Durch diesen Krimi bringt uns die Autorin diese Welt etwas näher. Erschreckend ist hierzu auch die Zahl der Jugendlichen, die "auf Treibe" sind.
Eine Agentur, hier "Seitenwechsel" genannt, vermittelt Managern Einblicke in die unteren soziale Ebenen. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob es diesen Spitzenverdienern wirklich darum geht, einen Einblick zu erhalten. Ich bezweifle dieses. Auch das Buch zeigt verschiedene Seiten auf, weshalb ein Topmanager diesen Einblick haben möchte. Jeder Leser kann sich nun selbst sein Bild machen.
Genug des Lobes: Einen kleine Wehmutstropfen hat dieser Krimi jedoch, der Täter war mir zu offensichtlich. Leider!
 
Fazit:

Ein toller Krimi, der auch sozialkritische Themen aufgreift.
 

Meine Bewertung:
 4 Sterne
 
Vielen Dank an den btb Verlag, sowie Buchblogger für das Leseexemplar.


© by Diana Jacoby für Chattys Bücherblog