Mittwoch, 21. Oktober 2015

Autor im Spotlight: Monika Mansour



Heute stelle ich euch wieder eine Autorin vor, deren Bücher ich kürzlich nahezu verschlungen habe.
Es handelt sich um die schweizer Schriftstellerin:
 
                        Monika Mansour
 

 
 
Solltet ihr die Autorin noch nicht kennen, folgen nun ein paar Details:

Monika Mansour wurde 1973 im Kanton Zürich geboren. Wie sie selbst sagt, hatte sie eine wahre Bilderbuchkindheit. Zusammen mit ihrer Schwester wuchs sie gut behütet, auf einem etwas abgelegenen Bauernhof im Embrach auf. Da in der Nähe eine psychiatrische Klink ansässig war, wurde ihr Interesse an der Psyche der Menschen schon sehr früh geweckt.

Um euch einen kleinen Einblick in das Leben und Arbeiten von Monika Mansour zu gewähren,
hatte sich die Autorin bereit erklärt, meine Fragen zu beantworten:


1.) Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Aufsätze zu schreiben, war schon in der Schule mein Lieblingsfach. Mit zwanzig habe ich mein erstes Buch geschrieben, ein Drehbuch, und erst noch auf der Schreibmaschine! Na ja, es wurde nie verfilmt, aber ich war so richtig stolz auf mein erstes, vollendetes Projekt. Ein paar Jahre später habe ich dann meinen ersten Thriller angefangen zu schreiben, diesmal am PC. Blauäugig, wie ich war, hatte ich eine tolle Idee für einen Anfang und habe gleich in die Tasten gedonnert. So etwa um Seite 300 ging dann die Geschichte plötzlich nicht mehr auf und ist im Sand verlaufen.
 

Als vor neun Jahren mein Sohn zur Welt kam, hatte ich ein halbes Jahr Mutterschaftsurlaub. Und da mein Kleiner total pflegeleicht war, fand ich plötzlich die Zeit zu Schreiben. Viele Fachbücher und fünf Jahre später war mein Thriller vollendet. Ganze 800 Seiten sind es geworden und er ging dann auch raus an Verlage und Agenturen. Leider mit wenig Glück. Einen dicken Thriller, der erst noch in London spielt kann man als Schweizer Autorin, die noch nie veröffentlicht hat, kaum verkaufen, obwohl durchaus gute Kritik zurückkam. Nicht aufgeben, habe ich mir gedacht und mich an einen Regio-Krimi gewagt, der die 300 Seiten nicht überschreiten durfte. Und siehe da: plötzlich ging es ganz schnell. Ich fand eine Agentin und kurze Zeit später den Emons Verlag.

2.) Woher holst du dir deine Ideen für die Protagonisten und Geschichten? 
Die Ideen sprudeln, ganz ehrlich. Es ist eher schwierig, sie zu kanalisieren und die wirklich guten heraus zu picken. Ich hätte Ideen für hundert Bücher im Kopf.
 
Steht das Thema für ein neues Buch fest, kommen als erstes die Charaktere zum Zug. Ich veranstalte regelrecht ein Casting in meinem kleinen Büro. Das macht immer riesen Spass. Für das Visuelle helfen mir meist Fotos von Schauspielern. Und steht der Charakter (noch) unscharf vor mir, dann ziehe ich für die nächsten Tage mit ihm zusammen. Er begleitet mich überallhin, fährt im Auto mit, kocht mit mir und geht mit mir zu Bett. Das ist der Punkt, wo mein Mann manchmal interveniert: er sei auch noch da!
 
Viele Autoren stellen für jeden Charakter regelrecht eine Akte zusammen, schreiben sein ganzen Leben nieder. Bei mir geschieht das nur stichwortartig, der Rest läuft im Kopf ab. Seine Freunde kennt man ja auch nicht deshalb, weil ihr ganzes Leben auf Papier vor einem steht, oder?
 
3.) Wie müssen wir uns deinen Schreibplatz vorstellen?
Mein Schreibplatz ist bei mir nicht fix. Manchmal schreibe ich im Büro, im Wohnzimmer, auf dem Balkon, in einem Café ... Das spielt eigentliche keine Rolle. Wichtig ist nur, dass eine Tasse Kaffee bereitsteht und ich für zwei bis drei Stunden absolute Ruhe habe. Das ist bei mir fast ausschliesslich am Morgen der Fall, wenn mein Junior in der Schule ist.

 
4.) Hast du ein schriftstellerisches Vorbild?
Das würde ich nicht sagen. Jeder Schriftsteller hat so seine ganz eigene Art, wie er schreibt. Aber es gibt sicher Autoren, die ich toll finde, und die mich auch inspirieren. Früher habe ich fast ausschliesslich Thriller von englischsprachigen Schriftstellern gelesen: Preston/Child, Robin Cook, Ken Follett, Minette Walters, Ruth Rendell, Matthew Reilly, um nur einige zu nennen. In den letzten Jahren bin ich auf den Geschmack von deutschsprachigen Autoren gekommen. Da haben mich sicher Andreas Eschbach, Frank Schätzing (mit der Schwarm) und Thomas Thiemeyer beeinflusst. Aber auch Max Frischs 'Homo Faber' oder Patrick Süskinds 'Das Parfum' zählen zu meinen Lieblingen. Ich könnte die Liste endlos ergänzen.
5.) Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Neben lesen und schreiben... ? Ich unternehme gerne etwas mit meiner Familie. Mein Junior hält mich ganz schön auf Trab. Auch Malen und Zeichnen gehören zu meinen Hobbies, das kommt aber immer sporadisch, nach Lust und Laune. Bei schönem Wetter jogge ich gerne durchs Wauwilermoos.
 
6.) Welche Tipps gibst du angehenden Autorinnen und Autoren?
Man braucht zwingend: Fleiss, Durchhaltewillen, Spass am Schreiben und man muss mit Kritik umgehen können.
 
Mir hat mal jemand gesagt, dass von einhundert geschriebenen Büchern gerademal eines veröffentlicht wird. Soll heissen, es ist schwierig aber nicht unmöglich, Autor zu werden.
 
Ist aber die Motivation  zum Schreiben einzig der Reichtum und die Berühmtheit vor Augen, sollte man es besser lassen und einen anderen Job suchen. Das ist kein realistisches Ziel. Meine Motivation war es, einmal in einem Buchladen zu stehen und mein eigenes Buch in der Auslage zu finden. Das wollte ich erreichen! Das habe ich erreicht. Und alles was jetzt noch kommt, ist süsse Zugabe.
 
Schreiben ist etwas, das man lernen muss, wie jede andere Arbeit auch. Ich bin ein guter Autodidakt und habe unzählige Bücher (die meisten in Englisch) über das Schreiben gelesen: über Charaktere erstellen, über den Stil, über das Setting, über den Plot und die Struktur, über Dialoge, über Deutsche Grammatik, die Kommaregeln und neue Rechtschreibung, über den Spannungsbogen, den Schmelztiegel, die Perspektive, das Pacing, den Szenenaufbau, das Überarbeiten, über Prämissen, Charakterwachstum, über das Schreiben eines Exposés, und und und … Die Liste ist endlos. Was ich damit aufzeigen will: es steckt viel Technik hinter dem Schreiben eines Buches, vor allem wenn man im Genre Krimi und Thriller schreiben will. Ohne Fachwissen geht da nix.
 
Eine tolle Übung ist es, Kurzgeschichten zu schreiben. Da komprimiert man sein ganzes, neu erlerntes Fachwissen auf wenige Seiten. Und dann die Kurzgeschichten unbedingt bei Wettbewerben einsenden. Ein paar veröffentlichte Kurzgeschichten sind der halbe Weg zu einem Verlag.
 
Wer also bereit ist, das alles auf sich zu nehmen, bereit ist, unendliche Stunden alleine vor dem PC zu verbringen, ohne dabei wohl reich zu werden - dem eröffnet sich eine neue Welt, eine Leidenschaft und so viel Freude, wie ich es in keinem anderen Beruf je gefunden habe.

 

 Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und wünsche weiterhin gute Ideen und viel Erfolg.
 
Wer mehr über die Bücher oder den Werdegang der Autorin wissen möchte, kann dieses gerne auf der Homepage von Monika Mansour nachlesen.
Den Link dazu findet ihr hier - klick

 
Folgende Bücher sind von Monika Manour erschienen.







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Mit freundlicher Genehmigung des Emons Verlags sowie der Autorin