Montag, 10. August 2015

Rezension: Luzifers Töchter


Luzifers Töchter
von Gabriele Breuer
Verlag : Ullstein Taschenbuchvlg.
ISBN: 9783548286464
Erstausgabe: 07.1.2015
Flexibler Einband 420 Seiten
Preis: 9,99 €
Bewertung:✔✔✔✔✔



"Werden Zwillinge geboren, so sagt das Volk, so muss eines der Kinder vom Teufel selbst gezeugt sein."

Buchrückentext:

Köln im 13. Jahrhundert: Vom Hunger geplagt, schließen sich die verwaisten Zwillingsschwestern Yda und Griet einem Wunderheiler an. Als Yda ernsthaft erkrankt, verliert Griet beinahe jede Hoffnung. Bis sie sich in den jungen Henkersknecht Luca verliebt. Noch während Luca versucht, Yda zu heilen, wird Köln plötzlich belagert - und die Schicksalsgemeinschaft verliert sich in den Wirren aus den Augen ...

Meine Meinung:

Wow! Was für eine tolle Geschichte. Ich bin immer noch hin und weg. Eine brillante Story mit tollen Protagonisten. Ich bin begeistert.
Nun wird man sich fragen, weshalb diese Begeisterung? Ganz einfach! Ich liebe es, wenn in historischen Romanen der Beruf des Scharfrichters bzw. Henker näher beschrieben wird. Oftmals wird er so bunt ausgeschmückt, dass man fast denken könnte, er wäre ein Held. Nein, der Henker hatte einfach einen ganz normalen Beruf, ohne den eine Stadt einfach nicht hätte sein können. Die Aufgaben waren ja nicht nur das Richten, sondern wie hier im Buch sehr gut beschrieben, auch das Abdecken der Tiere, sprich die Entsorgung. Ein Beruf, der aufgrund der hygienischen Verhältnisse unabdingbar er.
Aber auch die Protagonisten wurden sehr detailliert beschrieben, so dass man sich als Leser sofort ein Bild machen konnte, um die Protas vor dem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Alleine die Beschreibungen von Rinchens Krankheit oder dem Antoniusfeuer zeigen, wie sehr sich die Autorin mit der Thematik "Krankheiten im Mittelalter" auseinander gesetzt hat.
Die Landschaft und das Umfeld der Protagonisten wurden ebenfalls so beschrieben, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst das Rascheln der Blätter zu hören (z.B. bei der Pfarrer-Friedhofs-Szene, bei der ich übrigens sehr schmunzeln musste).

Fazit:

Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte auch als Film sehr gut geeignet wäre. Ob es wohl eine Fortsetzung geben wird? Ich würde mich sehr darüber freuen.
Dieses Buch wird auf jeden Fall mein Lesetipp!