Samstag, 11. Juli 2015

Rezension: Goldener Schuss




Goldener Schuss
von Stefan Schweizer
erschienen im Gmeiner Verlag
ISBN 978-3-8392-1688-0
Preis: 11,99 €









Privatdetektiv Enzo Denz erster Fall

Klappentext:

Privatdetektiv Enzo Dez erhält von dem türkischen Unternehmer Mehmet Gül den Auftrag, dessen untergetauchte Tochter zu suchen. Er findet Canan in der Ravensburger Szenekneipe "Räuberpistole". Aber sie ist tot! Gestorben an einem "Goldenen Schuss". Für Denz weisen alle Indizien auf Mord hin. Ein Abgrund aus Drogen- und Menschenhandel tut sich auf ...

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Meine Meinung:

Als grosser Krimi-Fan war ich total glücklich ein Leseexemplar vom Autor selbst zu erhalten. Doch schon nach den ersten Seiten habe ich eine leichte Diskrepanz zwischen meinen Erwartungen und dem Gedruckten festgestellt. Um deutlicher zu werden, ich hatte starke Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Ermittlern. Deshalb hatte ich das Buch erst nochmal zur Seite gelegt, um ihm zu gegebener Zeit eine zweite Chance zu geben. ➖

Aber auch beim zweiten Anlauf konnte mich Enzo nicht für sich gewinnen. Ein ewig nach Bier lechzender und Drogen nicht abgeneigter Ermittler ist einfach nicht das, was ich gerne lesen möchte. Und wie bereits geschrieben, fehlt mir hier einfach die Glaubhaftigkeit, dass diese Person ein gut gehendes Detektivbüro betreibt. Gut gehend, na ja, zwar immer in Geldnot, aber zumindest nicht brotlos. ➖

Anmerken möchte ich jedoch, dass mir der Schluss der Geschichte sehr gut gefallen hat, wenngleich ich auch die ganze Zeit über den Täter in Verdacht hatte und somit nicht überrascht war. ➕

Interessant haben sich alle Fäden am Ende zusammengefügt, so dass der Plot insgesamt doch sehr rund erschien. ➕

Störend fand ich allerdings, die vielen kleinen Randgeschehen, die immer wieder ablenkten. Manchmal hatte ich den Verdachts, dass sie nur als Füllsel waren, um auf die geforderte Seitenzahl zu kommen. Beispiel Hymer Wohnmobile ➖

Zu bemerken wäre auch noch, dass die Kneipe "Räuberpistole" wie auf der Rückseite des Buches beschrieben, in der Story selbst einen anderen Namen hatte. (Turm-Eck) Da hatte wohl die Abstimmung zwischen Verlag und Autor nicht so ganz funktioniert. ➖

Als lehrreich könnte man auch die vielen Abkürzungen bezeichnen: GSB = ganz schön beschissen, NZM = nix zu machen. Fraglich ob es sie wirklich lehrreich sind oder nur einfach trendy. ➕➖

Last but not least haben mich diese Multiple Choice Pläne enorm im Lesefluss gestört. Ich fand sie vollkommen unnötig und auch in einem Krimi sehr unpassend.➖

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Fazit:

Ein Ermittler, dem ich in seiner Funktion wohl hoffentlich nicht begegnen werde. Ansonsten eine sehr interessante Story mit Luft nach oben.