Donnerstag, 25. Juni 2015

Rezension zu "Kreuzfahrt mit Hindernisssen" von Wolfgang Müller

"Ein bisschen Verlust ist immer"

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Zum Inhalt:

Der Prolog lässt den Leser eintauchen in die Ferne bzw. die Weiten des Atlantiks. Aber nicht dass jemand denkt, es handelt sich um einen gefühlvollen, sentimentalen Roman. Oh nein, denn auf dem Atlantik sitzt ein Mann mit gebrochenen Fingern in einem Boot. Auf der nackten Haut trägt er nichts weiter als einen ärmellosen Kunstledermantel und einem nietenbesetzten Hundehalsband, an dem eine lange Metallkette hängt. Voller Hoffnung starrt er einem Koffer hinterher. Hoffnung? Oh ja, Hoffnung darauf, dass nun alles gut wird.

Doch was war passiert?

Alles beginnt in der Nautilus Reederei in Hamburg. Hans-Werner, Chef der Reederei erhält einen Anruf der Deutschen Bank. Schnell wird klar, dass die Reederei vor der Pleite steht. Doch was tun? Einfach sang- und klaglos aufgeben? Nein, niemals. So entwickelt Hans-Werner zusammen mit seiner drallen Chefbuchhalterin Arabella einen Plan. Alle drei derzeitigen Schiffen werfen nicht annähernd genug Gewinn ab. Warum also nicht der Besatzung kündigen und die Reisenden alle zusammen auf ein Schiff bringen? Opa und Oma, FKK-Anhänger und die Ballermann Partymacher, alle zusammen auf einem Schiff. So könnten die Kosten in Kürze minimiert werden.

Guter Plan!? Wären da nicht die Gläubiger...

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Meine Meinung


Eine wirklich witzige Geschichte, wenngleich auch nicht wirklich neu, hat hier der Autor zu Papier gebracht. Durch die detaillierten Beschreibungen waren die Protagonisten klar von einander zu unterscheiden und auch die verschiedenen Belange sehr gut erkennbar. Die Örtlichkeiten wurden sehr genau beschrieben, so dass man sich als Leser fast schon ebenfalls auf dem Kreuzfahrtriesen gefühlt hat. Teilweise konnte man auch die Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen, was sich wiederum im Lesefluss widerspiegelt.

Jedoch gibt es nicht nur positives. Die viel zu vielen Rechtschreibfehler (wobei selbst Fehler in den wiederkehrenden Namen waren), sowie die Satzzeichenfehler und teilweise auch logischen Ungereimtheiten haben meine Meinung über das Buch tief nach unten gezogen. Ich bin, als geübter Leser, gerne bereit ein paar kleine Fehler hinzunehmen. Wenn jedoch kaum ein Satz fehlerfrei geführt wird, ärgert mich das als Leser, der Geld für dieses Buch bezahlt hat, schon enorm. Wir Menschen machen alle Fehler, gar keine Frage. Aber in dem vorliegenden Beispiel wird leider sehr deutlich, auf was der Autor Wert legt. Und dabei handelt es sich definitiv nicht um Rechtschreibung. Meiner Meinung nach, wurde auch ab der Hälfte des Buches mehr auf die noch zu bringenden Seitenzahlen geachtet, als auf die Flüssigkeit und Logik der Geschichte. Denn hier waren doch hin und wieder deutliche Hänger. Auch hier kann ich wiederum nur zu einem Lektorat raten.

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Fazit


Eine insgesamt sehr interessante und humorvolle Geschichte, die nach einem Lektorat sicher auch eine Fortsetzung verdient hätte.

Da ich jedoch die mir vorliegende Ausgabe bewerte, vergebe ich nur 2 von 5 Sternen.