Sonntag, 28. Juni 2015

Rezension zu Rotglut


Erhältlich im Gmeiner Verlag
ISBN 978 3 8392 1442 8
Preis: 11,99 €


"Wir leben alle vom Vergangenen und gehen am Vergangenen zu Grunde." (Johann Wolfgang von Goethe)

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Zum Inhalt:

2010: Yves Renard kehrt nach fast 36 Jahren nach Deutschland zurück. Er hatte damals das Land fluchtartig verlassen und zuvor einen Unfall inszeniert, bei dem er augenscheinlich ums Leben gekommen ist. Er sucht seine Tochter auf, die bislang den Schilderungen ihrer Mutter über den Tod geglaubt hatte. Saskia konfrontiert ihre Mutter damit, die plötzlich ihr Schweigen bricht.

Da wird die Leiche eines Mannes im Bürgerpark in Bremen gefunden. Kriminalhauptkommissar Hölzle beginnt zu ermitteln und findet dabei Spuren zur RAF und Terrorismus.

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Meine Meinung:

Ich muss gestehen, noch nie hat mich ein politisch angehauchter Krimi so sehr gefesselt. Ein Plot, der einfach unvergleichbar zu sein scheint, gespickt mit Protagonisten, die so real beschrieben sind, dass man sich als Leser schon fast vor ihnen fürchtet. Nicht zu vergessen einen Ermittler, der hochdeutsch spricht, aber schwäbisch denkt. Da ist so manches Schmunzeln vorprogrammiert. Jedoch handelt es sich bei dem vorliegenden Krimi nicht um einen leichteren, heiteren Roman.

Sehr detailliert wird eine Gruppierung der RAF beschrieben, jedoch ohne politisch bestimmend oder brutal zu wirken. Der Leser wird vielmehr gedanklich mit auf die Suche genommen. Die Suche nach politischer Gerechtigkeit. Aber ob die Ende wirklich gefunden wurde?

Mich hat dieses Buch teilweise sehr nachdenklich gemacht. Teils, weil ich mich an frühere terroristische Begebenheiten erinnerte, aber auch, da die heutigen Terroristen unter uns leben.

Wie verlief die jahrelange Inhaftierung? Gab es Reue? Wie leben die Hinterbliebenen mit ihrem Schicksal? Haben die Hinterbliebenen verziehen? Wie gehen die Menschen heute mit den ehemaligen Terroristen um, die mittlerweile wieder in Freiheit leben?

Da mich dieses Thema sehr beschäftigt, werde ich wohl noch einige Zeit mit Recherchen verbringen.

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Fazit:

Ein großartiger Krimi, der das politische Geschehen in Deutschland in den 70iger Jahren aufgreift. Ich denke, dass die etwas älteren Leser hier sehr begeistert sein werden.

Ich vergebe für das vorliegende Buch 5 Sterne und werde es auf jeden Fall weiter empfehlen.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Rezension zu "Kreuzfahrt mit Hindernisssen" von Wolfgang Müller

"Ein bisschen Verlust ist immer"

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Zum Inhalt:

Der Prolog lässt den Leser eintauchen in die Ferne bzw. die Weiten des Atlantiks. Aber nicht dass jemand denkt, es handelt sich um einen gefühlvollen, sentimentalen Roman. Oh nein, denn auf dem Atlantik sitzt ein Mann mit gebrochenen Fingern in einem Boot. Auf der nackten Haut trägt er nichts weiter als einen ärmellosen Kunstledermantel und einem nietenbesetzten Hundehalsband, an dem eine lange Metallkette hängt. Voller Hoffnung starrt er einem Koffer hinterher. Hoffnung? Oh ja, Hoffnung darauf, dass nun alles gut wird.

Doch was war passiert?

Alles beginnt in der Nautilus Reederei in Hamburg. Hans-Werner, Chef der Reederei erhält einen Anruf der Deutschen Bank. Schnell wird klar, dass die Reederei vor der Pleite steht. Doch was tun? Einfach sang- und klaglos aufgeben? Nein, niemals. So entwickelt Hans-Werner zusammen mit seiner drallen Chefbuchhalterin Arabella einen Plan. Alle drei derzeitigen Schiffen werfen nicht annähernd genug Gewinn ab. Warum also nicht der Besatzung kündigen und die Reisenden alle zusammen auf ein Schiff bringen? Opa und Oma, FKK-Anhänger und die Ballermann Partymacher, alle zusammen auf einem Schiff. So könnten die Kosten in Kürze minimiert werden.

Guter Plan!? Wären da nicht die Gläubiger...

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Meine Meinung


Eine wirklich witzige Geschichte, wenngleich auch nicht wirklich neu, hat hier der Autor zu Papier gebracht. Durch die detaillierten Beschreibungen waren die Protagonisten klar von einander zu unterscheiden und auch die verschiedenen Belange sehr gut erkennbar. Die Örtlichkeiten wurden sehr genau beschrieben, so dass man sich als Leser fast schon ebenfalls auf dem Kreuzfahrtriesen gefühlt hat. Teilweise konnte man auch die Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen, was sich wiederum im Lesefluss widerspiegelt.

Jedoch gibt es nicht nur positives. Die viel zu vielen Rechtschreibfehler (wobei selbst Fehler in den wiederkehrenden Namen waren), sowie die Satzzeichenfehler und teilweise auch logischen Ungereimtheiten haben meine Meinung über das Buch tief nach unten gezogen. Ich bin, als geübter Leser, gerne bereit ein paar kleine Fehler hinzunehmen. Wenn jedoch kaum ein Satz fehlerfrei geführt wird, ärgert mich das als Leser, der Geld für dieses Buch bezahlt hat, schon enorm. Wir Menschen machen alle Fehler, gar keine Frage. Aber in dem vorliegenden Beispiel wird leider sehr deutlich, auf was der Autor Wert legt. Und dabei handelt es sich definitiv nicht um Rechtschreibung. Meiner Meinung nach, wurde auch ab der Hälfte des Buches mehr auf die noch zu bringenden Seitenzahlen geachtet, als auf die Flüssigkeit und Logik der Geschichte. Denn hier waren doch hin und wieder deutliche Hänger. Auch hier kann ich wiederum nur zu einem Lektorat raten.

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Fazit


Eine insgesamt sehr interessante und humorvolle Geschichte, die nach einem Lektorat sicher auch eine Fortsetzung verdient hätte.

Da ich jedoch die mir vorliegende Ausgabe bewerte, vergebe ich nur 2 von 5 Sternen.



Mittwoch, 24. Juni 2015

Hallo,

willkommen auf meinem Blog!!

Manche Menschen nennen mich Büchernarr, Leseratte oder Bücherwurm. Und all diese Menschen haben etwas gemeinsam. Sie haben Recht!

Man trifft mich nie ohne Buch oder Reader. Testen Sie mich! ?

Und damit es so bleibt, freue ich mich über jede Unterstützung. Seit Jahren arbeite ich in meiner Freizeit als Testleser, Betaleser und Rezensent. Vielleicht arbeiten Sie gerade an einem neuen Projekt und möchten wissen, ob alles verständlich ist und ob es bei den Lesern ankommt? Dann fordern Sie mich doch heraus.
Wie? Indem Sie mir ein Rezensionsexemplar, Manuskript oder ähnliches zukommen lassen. Innerhalb kürzester Zeit werde ich Ihnen meine persönliche Meinung mitteilen. Ist es nicht genau das, was ein Autor braucht? Also scheuen Sie sich nicht. Mein Kontaktformular ist für Sie bereit.